Gemeinwohlökonomie Teil 2: Mit der Gemeinwohlmatrix zur Gemeinwohlbilanz

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Im ersten Artikel dieser Serie haben wir das Modell der Gemeinwohlökonomie beschrieben. Hier gehen wir auf die Gemeinwohlmatrix ein und erzählen, wie Sie als UnternehmerIn eine eigene Gemeinwohlbilanz erstellen können.

Die Gemeinwohlmatrix – das Herzstück der Gemeinwohlökonomie

Die Gemeinwohlmatrix ist der Leitfaden zur Beurteilung des gemeinwohlorientierten Verhaltens eines Unternehmens. Darüber hinaus ist sie aber auch eine Quelle zur nachhaltigen Entwicklung, weil im Prozess der Erstellung, viele Ideen auftauchen, die das Unternehmen sinnvoll voranbringen.

Die Gemeinwohlmatrix ist in 17 Indikatoren eingeteilt

Diese ergeben sich aus den Schnittmengen der 5 Wertesäulen und den 5 Berührungsgruppen. Die 5 Werte sind: Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung, mit der dafür erforderlichen Transparenz. Die 5 Berührungsgruppen sind: Lieferanten, Geldgeber, MitarbeiterInnen & EigentümerInnen, zusammengefasst in eine Gruppe: KundInnen & Produkte/Leistungen & Wettbewerb und als letzte Berührungsgruppe, das gesellschaftliche Umfeld.
Nachdem Lieferanten und Geldgeber nicht aktiv „gestaltet“ werden, sondern nur analysiert werden können, gibt es hier jeweils nur einen Indikator, der über alle Wertesäulen hinweg betrachtet wird.
Zur Gemeinwohlmatrix gibt es ein eigenes Handbuch, in dem alle Indikatoren beschrieben sind, mit Zielsetzung, Hintergründen, Impulsfragen und Best Practices.

Wege zur eigenen Gemeinwohlbilanz

Die Gemeinwohlökonomie ist ein „open Source“ Modell, dh., alle Informationen: Gemeinwohlmatrix, das Handbuch, Musterbilanzen, etc. sind via Website: ecogood.org kostenfrei downloadbar. Jede/r Unternehmer/in kann daher selbsttätig seine Gemeinwohlbilanz erstellen.

Wer – speziell bei der Erstbilanz anzuraten – sich dabei begleiten lassen möchte, kann folgendes tun

a)    eine Workshopreihe besuchen, die von GWÖ-BeraterInnen in einzelnen Regionalgruppen angeboten werden,
b)    eine Peergroup bilden, also sich mit anderen UnternehmerInnen zusammenschließen, und im Peerverfahren den Bilanzerstellungsprozess zu durchlaufen
c)    sich von einem/r der GWÖ-BeraterInnen individuell begleiten lassen
In den ersten beiden Fällen: Workshopreihe oder Peergroup, gibt es eine begleitete Evaluierungsrunde zum Abschluss und die Möglichkeit, zum Peer-Testat einzureichen – um ein offizielles Prüfsiegel (2 Sämchen) zu erhalten. Im Fall der individuellen Begleitung oder auch bei einem freiwilligen externen Audit, gibt es ein auditiertes Testat (3 Sämchen) als offizielles GWÖ-Zeichen nach außen.

… in den nächsten Artikeln beschreiben wir nun die einzelnen Indikatoren je Berührungsgruppe, um einen detaillierteren Einblick in die Hintergründe und Zielsetzungen zu geben.

 

Weitere Artikel zum Thema:

Gemeinwohlökonomie Teil 3: ethisches Beschaffungsmanagement – Hintergründe und Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

 

Author: Sabine Lehner

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