Gemeinwohlökonomie Teil 3: ethisches Beschaffungsmanagement – Hintergründe und Ziele

Im letzten Artikel haben wir das Herzstück der Gemeinwohlökonomie besprochen, die Gemeinwohlmatrix. In diesem Artikel beschreiben wir den ersten Bereich („Indikator“) der Matrix, das „ethische Beschaffungsmanagement“ (= A1).

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Die Gemeinwohlmatrix – ethisches Beschaffungsmanagement

Beim ethischen Beschaffungsmanagement geht es darum, die Lieferanten selbst und das eigene Verhalten gegenüber den Lieferanten zu deklarieren. Das Ziel ist es, in Zukunft schon bei der Auswahl der Lieferanten und Produkte/Leistungen, die eingekauft werden gemeinwohlorientierte Kriterien zu berücksichtigen, bspw. einen wertschätzenden, fairen Umgang mit diesen Geschäftspartnern oder auch einen schonenden, sinnvollen Ressourceneinsatz insgesamt.

Bewussteres Einkaufsverhalten

In den meisten Fällen startet bei diesem Punkt erst einmal eine Orientierungsrunde: Wer sind überhaupt unsere 10, 12 größten Lieferanten? Gibt es klare Entscheidungskriterien, warum wir mit diesen Lieferanten zusammenarbeiten? Und dann die brennendste aller brennenden Fragen: Wie können wir die „Gemeinwohlorientierung“ unserer Lieferanten checken?
Und, wenn es hier zunächst noch vor allem ganz viele Fragezeichen gibt, ist doch der erste Schritt erreicht, um den es geht: Sich überhaupt einmal zu fragen, mit welchen sozialen und ökologischen Auswirkungen die Produkte/Leistungen entstehen, die wir beziehen und seine Lieferanten einmal gezielt zu hinterfragen.

Vorgehensweise:

Zunächst wählt man aus seiner Buchhaltungsaufstellung oder Saldenliste die 10, 12 größten Lieferanten aus und dann beginnt man, bei diesen gezielt Informationen einzuholen. Das kann entweder in Form eines persönlichen Gespräches, eines Telefonates oder auch einer Internetrecherche erfolgen – je nach Nähe zum bzw. Gemeinwohlstatuts des jeweiligen Lieferanten.
Für offiziell auditierte (auch peerauditierte) Bilanzen, müssen die Informationen „Hand und Fuß“ haben, dh, schriftlich belegbar/nachvollziehbar sein. Es sollte daher unbedingt gleich zu Beginn der Bearbeitung des Indikators darauf geachtet werden, Informationen zu den Lieferanten schriftlich einzuholen und abzuspeichern.

… im nächsten Artikeln zeigen wir, welche positiven Auswirkungen ein ethisches Beschaffungsmanagement für Sie haben kann.

 

Weitere Artikel zum Thema Gemeinwohlökonomie:

Gemeinwohlökonomie Teil 2: Mit der Gemeinwohlmatrix zur Gemeinwohlbilanz

Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

Author: Sabine Lehner

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