GWÖ Teil 10 – Produkte/Leistungen, KundInnen, MitbewerberInnen – Gelebte Beispiele

© www.corporate-interaction.com

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Im letzten Artikel haben wir uns die Hintergründe zu den Indikatoren der Berührungsgruppe „Produkte/Dienstleistungen, KundInnen, MitbewerberInnen“ (= D1 – D5) angesehen. Hier zeigen wir auf, wie das in der Praxis aussehen kann.

Veränderungen in der Entwicklung und Gestaltung von Produkten/Dienstleistungen

Die Idee, sich zur Sinnhaftigkeit, Gestaltung und Produktion der eigenen Produkte/Dienstleistungen Gedanken zu machen, ist nicht, wie man meinen könnte, einschränkend und hinderlich, sondern im Gegensatz dazu, sehr förderlich. Die Fragestellungen im Handbuch zur Gemeinwohlbilanz bieten dazu gute Anregungen, in welche Richtung man denken und sich weiterentwickeln könnte. Gerade im Verbund mit den MitarbeiterInnen entstehen hier oft innovative, neue Lösungsideen, die dem Unternehmen einen neuen (Auf-)Schwung verleihen.

Transparenz und Information – zur Festigung der Kundenbeziehungen

Der Fokus von Unternehmen sollte generell auf die Bedürfnisse der KundInnen ausgerichtet sein. Wer seine Kundenbeziehungen langfristig festigen möchte, tut gut daran, fair und transparent zu agieren. Das Einkaufsverhalten der KundInnen wandelt sich in den letzten Jahren stark hin zu mehr Bewusstsein, was ökologische und regional-volkswirtschaftliche Auswirkungen angeht.
Hilfreich dazu ist es, seinen Produktionsablauf, Materialbeschaffenheit und Herkunft der Rohstoffe, transparent zu kommunizieren – auf der Website, auf Infocards oder –plakaten. KundInnen können sich dazu dann im Detail erkundigen und schlussendlich mit einem guten Gefühl einkaufen.

Nutzvolle Synergien durch Kooperation mit MitbewerberInnen

Was für viele im ersten Augenblick als unmöglich erscheint, ist der offene, transparente Umgang mit MitbewerberInnen. Und gleich vorweg: Auch hier gilt es, sich hier in ersten Schritten heranzutasten, wie sich das anfühlt und wo bzw. in welchen Ausmaßen es angegangen werden kann.
In der Regel geht es darum, den gegenseitigen Ressourceneinsatz optimieren zu können. Wenn es in dem einen Unternehmen Engpässe gibt und im eigenen gerade Kapazitäten frei sind, kann hier ein Ausgleich für beide Firmen sehr sinnvoll sein.

Auch der Know-How-Transfer kann befruchtende Auswirkungen haben, vor allem in der immer spezialisierteren Welt, was manche Aufträge erfüllbar macht, die man mit den eigenen Möglichkeiten nicht schaffen könnte. Was wir von Gemeinwohlbetrieben dazu als Rückmeldungen bekommen ist, dass die Öffnung den MitbewerberInnen gegenüber generell auf fruchtbringenden Boden fällt und sich gute Partnerschaften entwickeln. Der positive Nebeneffekt dabei: Es ermöglicht eine über das Jahr betrachtete, ausgewogenere Ressourcenplanung und Entspannung bei Engpässen, weil man weiß, dass es im Bedarfsfall Unterstützung im Umfeld gibt.

Zu allen Indikatoren gibt es im Handbuch der GWÖ Links zu „Best Practices“ und Gemeinwohlbilanzen von Unternehmen – nach Branchen strukturiert:
https://www.ecogood.org/gemeinwohl-bilanz/was-ist-die-gw-bilanz/beispiel-bilanzen

… im nächsten Artikeln beschreiben wir alle Indikatoren, die mit der Berührungsgruppe gesellschaftliches Umfeld zusammenhängen.

 

Weitere Artikel zum Thema:

Gemeinwohlökonomie Teil 9 – Produkte/Leistungen, KundInnen, MitbewerberInnen – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlkökonomie Teil 8 – MitarbeiterInnen und UnternehmerInnen – Gelebte Beispiele

Gemeinwohlökonomie Teil 7 – MitarbeiterInnen und UnternehmerInnen – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 6 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 5 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 4: ethisches Beschaffungsmanagement – Gelebte Beispiele

Gemeinwohlökonomie Teil 3: ethisches Beschaffungsmanagement – Hintergründe und Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 2: Mit der Gemeinwohlmatrix zur Gemeinwohlbilanz

Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

Author: Sabine Lehner

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