Lehre mit Matura – Lehre mit Grips

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Das Modell Lehre mit Matura gibt es seit Herbst 2008 und ist österreichweit möglich. Diese Berufsreifeprüfung für Lehrlinge ist kostenlos. Innerhalb der vorgesehenen Lehrzeit muss ein Fach der vier vorgeschriebenen Fächer absolviert und positiv abgeschlossen werden. Die Fächer sind Deutsch, Mathematik, Englisch (ggf. auch Französisch) und der Fachbereich, den man erlernt.

Wer für die Lehre mit Matura geeignet ist.

Prinzipiell alle, die sich weiterbilden möchten und sich zutrauen, zusätzlich zur Arbeit und der Berufsschule wöchentlich einen Abend lang die Schulbank zu drücken. Nicht vergessen werden darf der zusätzliche Lernaufwand, der je nach Können mehr oder weniger intensiv ist.

Vermutlich ist der Potentialcheck,  bereitgestellt vom BMBF fürs Erste hilfreich. Wer diesen Test macht, wird ausgiebig zur Motivation, zur eigenen Lernbereitschaft und der Art des Lernzugangs befragt. Am Ende gibt es eine bunte Grafik und die Ergebnisse detailliert beschrieben. Damit soll eine erste Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. Alleine schon beim Beantworten kann man reflektieren und sich besser im Klaren werden, worauf man sich einlassen würde.

Soll man gleich mit dem Beginn der Lehre mit der Maturaschule beginnen?

Die meisten Lehrlinge beginnen im zweiten Lehrjahr. Das hat den Vorteil, dass man schon ein Jahr Lehre hinter sich hat und dennoch genügend Zeit vor sich hat, in den etwa eineinhalb Jahren die dazu notwendigen Vorbereitungslehrgänge zu besuchen. Mit welchem Fach begonnen wird kann frei entschieden werden. Sinnvoll ist mit dem Gegenstand zu beginnen, der einem am ehesten liegt, also von dem man annimmt, dass man den gut schaffen kann. Man sollte sich sowieso umfassend informieren und auf jeden Fall mit dem Chef vorab über dieses Vorhaben sprechen. Man muss gemeinsam mit dem Vorgesetzten überlegen, wie sich die Zeit dafür am besten einteilen lässt.
Im dritten Lehrjahr zu beginnen, ist zu spät. Denn ein Vorbereitungslehrgang dauert in etwa eineinhalb Jahre, exklusive der Prüfungsvorbereitung und Absolvierung. Auch hier hat man drei Versuche pro Gegenstand.

Wozu noch die Matura, wenn man ein Handwerk erlernt?

Da kann man ja eh die Meisterprüfung machen und sichert sich somit gute Karrierechancen, mag ein Einwand sein. Das ist natürlich richtig. Allerdings ist die Matura mit Lehre eine Chance, später mal in eine Fachhochschule oder ein Universitätsstudium oder Lehrgang zu besuchen.
Letzthin sprach ich mit der Personalchefin einer großen Hotelkette über das Thema Lehrlinge. Sie meinte, man hätte nach einer Lehre in ihrem Betrieb gute Aufstiegsmöglichkeiten. Aber gerade wenn man im Bereich des Managements Karriere machen möchte ist ein Maturazeugnis fast unumgänglich.

Für alle, die noch mehr und ausführlicher darüber informiert werden wollen, gibt es die folgende Link-Sammlung:

Lehre mit Matura – Modelle in den einzelnen Bundesländern
Berufsmatura Wien
Der Lehrvertrag bei Lehre und Matura

Förderungen für Lehrbetriebe
Unterstützung und Förderungen für den Lehrbetrieb im Modell Lehre und Matura
Lehrlingsportal

Author: Maria Nasswetter

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1 Kommentar

  1. Ein Beispiel, das ich persönlich kenne:
    nach der Gewerbe-Matura für Elektrotechnik hat der Absolvent für einen Gewerbebetrieb zu wenig Praxis, kann in diesem Betrieb seinen Matura-Abschluss nicht umsetzen, weiß nicht wo er sonst seine Fähigkeiten einbringen kann und ist nun im öffentlichen Dienst, ohne Bezug zum gelernten Fachgebiet.
    Aus meiner Sicht: gute Idee, aber leider nicht wirklich brauchbar!

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