Nachhaltigkeit im Unternehmen – wie kann man das erreichen?

© 3D Visual: www.corporate-interaction.com

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Nachhaltigkeit ist eines der Schlagworte, das in den letzten Jahren in allen Bereichen beinahe schon überstrapaziert wird. Alles soll möglichst „nachhaltig“ sein – von der Politik über unser Einkaufsverhalten bis hin zur Unternehmensführung. Gleichzeitig gibt es aber keine klare, feststehende Definition, was überhaupt unter Nachhaltigkeit bei der Unternehmensführung zu verstehen ist, und was nachhaltiges Wirtschaften ist – und was eben nicht. Um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, untersucht dieser Beitrag die wichtigsten Aspekte der Unternehmensführung auf Nachhaltigkeitspotenziale, und stellt auch gleichzeitig die wesentlichsten Strategien und Techniken vor, die die Nachhaltigkeit in Unternehmen fördern sollen.

Versuch einer Definition für nachhaltiges Wirtschaften

Unternehmen nutzen grundsätzlich Ressourcen (materieller, finanzieller und personeller Art) um daraus Güter herzustellen, oder Dienstleistungen anzubieten. Aus der Art der nötigen Ressourcen kann man nun gleich die wichtigsten Bereiche für eine nachhaltige Unternehmensführung ableiten: der nachhaltige Umgang mit Rohstoffen und Produktionsmitteln, der nachhaltige Umgang mit personellen Ressourcen und der nachhaltige Umgang mit den vorhandenen oder entstehenden Finanzmitteln (nachhaltige Finanzpolitik des Unternehmens). Oder, wie es das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit auszudrücken beliebt: die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekte des Wirtschaftens. Das ist allerdings für die Praxis schwer zu fassen, der Fokus auf den Umgang mit vorhandenen Ressourcen ist in der Praxis leichter zu fassen.

Umgang mit Rohstoffen und Produktionsmitteln

© Visual: www.corporate-interaction.com

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So wie beim nachhaltigen Konsum auch, sollte ein Unternehmen möglichst nur solche Rohstoffe und Produktionsmittel nutzen, die sich selbst wieder erneuern, oder erneuern lassen. Der Verbrauch dieser Ressourcen sollte nur in einer solchen Menge erfolgen, wie im gleichen Zeitraum auch wieder nachwächst oder nacherzeugt werden kann. In der Praxis ist das nicht in allen Bereichen möglich: die Kunststoffherstellung kommt ohne das Erdöl, das ja bekanntlich eine endliche Ressource ist, nicht aus, andere Unternehmen wiederum benötigen hohe Mengen Strom, der heute bei weitem nicht zur Gänze aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird.
Es geht aber um den prinzipiellen Gedanken – und um zumindest den Versuch, die eingesetzten Mengen an nicht wieder nachwachsenden Ressourcen und Produktionsmitteln bei gleicher Produktqualität so weit als möglich zu minimieren.

Der zweite, wichtige Bereich betrifft die Verarbeitung: Hier geht es vor allem darum, so wenig unbrauchbare Abfallstoffe wie möglich zu erzeugen, und jeden Abfallstoff so weit als möglich wieder einer weiteren Nutzung zuzuführen. Im Idealfall sollte dabei ein immerwährender Kreislauf entstehen, in dem die Abfallprodukte eines Unternehmens wiederum vollständig von anderen Unternehmen als Rohstoffe für die Herstellung von Gütern genutzt werden können. Auch das ist bis zu einem gewissen Punkt ein unerreichbares Ideal – aber wesentliche Verbesserungen in Richtung auf dieses Ziel zu sind bereits durchaus erzielt worden.

Für Produktionsunternehmen gehört weiterhin dazu, auch nur mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die ihrerseits möglichst nachhaltig arbeiten, und alle nicht-nachhaltig arbeitenden Lieferanten möglichst zu meiden. Dass das auch in der Praxis gut gelingen kann, beweist das Unternehmen Kaiser+Kraft.

Umgang mit personellen Ressourcen

Jedes Unternehmen benötigt Arbeitskraft, um etwas herzustellen oder Dienstleistungen anzubieten. Die deutlichste Form von nicht-nachhaltigem Wirtschaften wäre die reine Ausbeutung dieser Arbeitskraft. Im Idealfall sollte umgekehrt jeder einzelne Arbeitnehmer auch von seiner Arbeit im Unternehmen profitieren – nicht allein nur durch die Zahlung eines angemessenen Gehalts, sondern auch in seiner ganz persönlichen Entwicklung. Dieser Aspekt nachhaltigen Wirtschaftens ist schwerer fassbar, da sich Maßnahmen zur persönlichen Entwicklung nicht immer ganz leicht fassen lassen. Wie man allerdings als Unternehmen der ebenso bestehenden gesellschaftlichen Verantwortung und auch der Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter und ihrem Wohlergehen gerecht werden kann, zeigt Kaiser+Kraft ebenfalls sehr gut in der Praxis.

Ökonomische Aspekte (nachhaltiges Wirtschaften)

Die wirtschaftlichen Aspekte werden heute aus naheliegenden Gründen von Unternehmen ohnehin sehr nachhaltig ausgelegt. Aus dem vorhandenen Kapital und den entstehenden Gewinnen möglichst großen Erfolg und möglichst hohes und dauerhaftes Unternehmenswachstum zu erzielen, ist schon seit langem das wichtigste Ziel der Finanzplanung im Unternehmen. Es geht nicht nur um Gewinnmaximierung, sondern vor allem um die Schaffung solider, dauerhafter Gewinne und stetigen Wachstums, ohne dass die beiden anderen Aspekte – der ökologische und der soziale oder gesellschaftliche Aspekt – vernachlässigt werden.

Nachhaltigkeitsberichte

Durch das Fehlen von klaren Handlungsanweisungen für Unternehmen, ist die Überprüfung und Verbesserung der eigenen Nachhaltigkeit Sache des Unternehmens selbst. Um dem gerecht zu werden, sind Nachhaltigkeitsberichte das wichtigste Mittel für Unternehmer, die eigene Nachhaltigkeit in allen drei Bereichen konsequent weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Denn eines ist klar: nicht nachhaltiges Wirtschaften erzeugt auf lange Sicht enormen Schaden. Nachhaltigkeit ist für jedes Unternehmen das wichtigste Ziel in der heutigen Zeit, das Vorrang vor allen anderen Unternehmenszielen hat.

Author: Medienpartner

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3 Kommentare

  1. …dem könnte man noch ein Zitat von Fred Luks (Leiter des Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit an der WU Wien) hinzufügen:
    „Nachhaltigkeit braucht Humor. Nicht um Probleme wegzulachen, sondern als angemessene Begegnung mit auf Dauer gestellter Übellaunigkeit.“ 😉 Bei allem Ernst der Sache darf man die heitere Gelassenheit des Lebens nicht ganz verlieren, meint JOHAN.

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  2. Das Thema ist sehr wichtig und es ist schade, dass es in vielen Unternehmen vernachlässigt wird. Erfreuchlich ist die Nachricht über die Anzahl der Firmen, die schon das GRI-Application Level nutzen, um eine Einstufung bez. Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit zu sichern (Quelle: Industry-press

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  3. Ich kann den Inhalt des Artikels nicht ganz nachvollziehen. Corporate Social Responsibility ist das Managementsystem für nachhaltige Unternehmensführung. In einem weltweiten Kooperationsprozess wurde der Leifaden zur gesellschaftelichen Verantwortung erarbeitet und in der ISO 26000 festgelegt. In Österreich ist dieser mittels ONR 192500 auch zertifizierbar. Für Nachhaltigkeitsberichte gibt es ebenfalls einen weltweit anerkannten Standard, die GRI G4 Leitlinie. Diese ist besonders wichtig, da in der EU ab 2017 Informationen zu nicht-finanziellen Kennzahlen für Unternehmen über 500 MitarbeiterInnen verpflichtend sind. Ein Schwerpunkt liegt hier auf Diversity.

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