Schwächste Gründungsdynamik seit 2021 und rückläufige Insolvenzen
Österreich startet verhalten ins Jahr 2026
Während die Zahl der Neugründungen von protokollierten Unternehmen in Österreich im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgeht, bleiben die Insolvenzen auf gleichbleibend hohem Niveau. Insgesamt wurden 4.063 Unternehmen neu gegründet. Das entspricht einem Rückgang von -16 Prozent gegenüber Q1/2025 und liegt damit unter dem historischen Durchschnitt. Gleichzeitig sank die Zahl der Insolvenzen leicht auf 966 Fälle (-3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Dun & Bradstreet.
Die Entwicklung deutet auf eine anhaltend angespannte, aber sich leicht stabilisierende Lage hin. Trotz erster konjunktureller Erholungssignale bleibt das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd. Die rückläufige Gründungsdynamik könnte auf Unsicherheiten im Markt hindeuten. Gleichzeitig liegt das Insolvenzniveau weiterhin deutlich über den Vor-Corona-Werten, was auf eine strukturelle Belastung der Unternehmenslandschaft hinweist.
Regionale Entwicklung: Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West
Regional zeigt sich ein klares Ost-West-Gefälle. Besonders stark rückläufig ist die Gründungsdynamik in den bevölkerungsreichen Bundesländern Niederösterreich (-25 Prozent), Wien (-19 Prozent) und der Steiermark (-18 Prozent). Lediglich Salzburg (+1 Prozent) und Oberösterreich (+0,2 Prozent) konnten das Vorjahresniveau halten.
Bei den Insolvenzen zeigt sich eine leichte Entspannung auf Gesamtmarktebene, jedoch mit starken regionalen Ausschlägen. Vorarlberg verzeichnet mit +157 Prozent den stärksten relativen Anstieg, gefolgt von der Steiermark (+30 Prozent). Gleichzeitig gehen die Insolvenzen in Bundesländern wie dem Burgenland (-33 Prozent), Salzburg (-29 Prozent) und Tirol (-23 Prozent) deutlich zurück. Wien bleibt mit rund 45 Prozent aller Fälle weiterhin das Zentrum des Insolvenzgeschehens, auch wenn die Zahl der Fälle hier um 9 Prozent gesunken ist.
Strukturwandel in Branchen deutlich erkennbar
Auch auf Branchenebene zeichnet sich ein Strukturwandel ab. Während Branchen wie die übrigen Dienstleistungen stark wachsen (+160 Prozent), geraten klassische Branchen zunehmend unter Druck. Traditionell starke Sektoren wie Immobilien (-32 Prozent), Holding- und Investmentgesellschaften (-38 Prozent) sowie im Einzelhandel (-16 Prozent) verzeichnen Rückgänge bei den Neugründungen.
Konjunkturelle Erholung mit Risiken
„Österreich zeigt zum Jahresbeginn 2026 erste Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung, auch wenn die Unternehmenslandschaft weiterhin unter Druck steht“, sagt Isabella Blüml, Managing Director Österreich bei Dun & Bradstreet. „Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben vorsichtig positiv: Nach mehreren Jahren der Rezession wird für 2026 ein moderates Wachstum erwartet. Gleichzeitig bestehen weiterhin Risiken durch externe Faktoren wie die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland oder geopolitische Unsicherheiten.”
Über Dun & Bradstreet
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