Die ergrauten Gründerhelfer! Helfen sie?

© visual: www.corporate-interaction.com

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Pensionierte Ingenieure, Wirtschaftsexperten, Bankspezialisten, aber auch Praktiker aus handwerklichen Berufen, Logistiker, Anwälte uvm. befinden sich im Ruhestand. Viele genießen diesen, wahrscheinlich wohlverdient, andere wiederum sind bestrebt ihr Wissen und umfangreiches Knowhow an andere weiterzugeben. Das funktioniert bei angehenden bzw. bereits aktiven Jungunternehmern immer besser, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen werden.

 

Erfinderschicksale gibt es genug!

H. Unterweger (Name geändert) war so einer. Ein Erfinder, Tüftler, mit einer sensationellen, Umwelt- und Ressourcen schonenden Idee, der natürlich Jahre benötigt, um sein Projekt zur Serie zu bringen. Dazu benötigt es Mut, Ausdauer, Kontakte und Geld. Bei den letztgenannten Faktoren standen dem Entrepreneur einige Wirtschaftssenioren hilfreich zur Seite. Natürlich war die Hilfestellung nicht in ein paar Tagen erledigt, aber etliche Kontakte und Finanzierungszusagen konnten mit wenigen Anrufen erledigt und so eine erfolgreiche Weiterführung des Projektes gewährleistet werden. Das ist eine der Stärken der alten und gut vernetzten Damen und Herren!

 

Können Techniker auch Marketing?

Drei ausgefuchste Verfahrenstechniker hatten eine Möglichkeit gefunden, die Produktion eines sehr gesunden Lebensmittels wesentlich zu verbessern. Aus Rohstoffen, die teilweise ein Abfallprodukt darstellten, wurde ein wertvolles „Nebenprodukt“ erzeugt. So weit, so gut, denn mit der Erzeugung alleine war es nicht getan. Und so holten sich die findigen Techniker den Rat und die Begleitung zweier so genannter „SeniorExperts“, die über mehrere Wochen Hilfestellung leisteten. Dass die Produkte nun in ausgewählten Restaurants, im Handel, wie auch über das Internet immer besser verkauft werden, ist natürlich einer extrem hohen Eigenleistung zu verdanken, aber auch der Erfahrung der „Alten Meister“!

 

Jung und Alt auf den Weg zum Erfolg!

Es gäbe noch genügend Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen „Jung und Alt“. Auch der Schreiber dieser Zeilen hat zu Beginn seiner Selbstständigkeit die Leistungen erfahrener Senioren mehrmals in Anspruch genommen. Wichtig dabei ist, wie bei jedem anderen Coaching auch, dass die Chemie stimmt! Wenn die alten Gründerhelfer nicht als (man verzeihe mir den Ausdruck) „Klugscheißer“ auftreten, was leider auch vorkommt, und die Jungen bereit sind die Ratschläge anzunehmen, dann entsteht daraus zumeist eine sehr gute, erfolgreiche und mehr als empfehlenswerte Zusammenarbeit!

 

Sind also Jungunternehmer die wichtigste Zielgruppe der grauen Wölfe?

An dieser Stelle soll auch die Sicht der pensionierten Experten beleuchtet werden, die als Einzelkämpfer, oder auch in Organisationen integriert auftreten. Im Zuge der Recherchen zu diesem Artikel stellte sich nämlich heraus, dass sich die meisten Senior-Anbieter- bzw. Vereinigungen überdurchschnittlich stark auf die Zielgruppe der Jungunternehmer konzentrieren. Das ist gut, aber in dieser Intensität falsch! Warum?

Gerade Gründungswilligen stehen zu Beginn ihrer geplanten oder aktiven Selbstständigkeit viele Institutionen zur Verfügung, da sie in der Anfangsphase von Wirtschaftskammer, den diversen AplusB-Zentren, dem Unternehmensgründungsprogramm (UGP) des AMS und vielen gut (und auch schlecht) beratenden Coaches betreut werden. Aus diesem Grund haben die mit viel Knowhow ausgestatteten Senioren in dieser Phase wenig Platz, obwohl gerade dies im hohen Maß gefragt wäre. Vorrangig auf diese Zielgruppe zu schielen erscheint aber der falsche Weg zu sein!

 

Fazit:

Jene die ein Unternehmen gründen wollen sollen natürlich die oben genannten Institutionen in Anspruch nehmen, die dafür eingerichtet wurden, durchwegs gute Dienste leisten und noch dazu großteils kostenlos zur Verfügung stehen. Das gilt natürlich auch für alle bereits bestehenden KMU’s, EPU’s und wie sie alle heißen. Also jene, die sich bereits einige Zeit am Markt befinden und leider viel zu wenig Beachtung finden und doch vielleicht eine gewisse Korrektur bzw. Unterstützung benötigen. Sie alle sind aber sehr gut beraten oftmals auch die Personen zu Rate ziehen, die mit hohem Verstand, einer ebensolchen Erfahrung und einem exzellenten Netzwerk ausgestattet sind – die ergrauten Gründerhelfer!

 

Author: Reinhard Huber

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3 Kommentare

  1. Guter Artikel, ein kleines Problem ist, dass viele Senior Experts hauptsächlich im betriebswirtschaftlichen Bereichen (Planrechnungen, Finanzcontroling, usw.) tätig sind und es nur wenige gibt, die am internationalen Markt beim Export weiterhelfen können. Und da meine ich nicht nur die „geschützten“ Heimmärkte in der Nachbarschaft.
    Senior Experts sollten auch Mut machen zur Entwicklung von neuen Produkten und deren Fertigung in Österreich. Da gibt es eine ganze Reihe von Produkten (grüne alternative Energieträger, Recyclingtechnologien, Biokunststoffe usw.)
    Der IT Bereich ist nett, produziert halt leider nur Einzelunternehmen und keine neuen Arbeitsplätze.
    Gerade in diesen „alten“ Produktionsbereichen gibt es Top Experten, die ihr Wissen gerne weitergeben.
    Gemäß unserem Motto – Future needs experience, Future meets experience stehen wir zur Verfügung.

    ASEP Austrian Senior Experts Pool
    A-1010 Wien, Am Getreidemarkt 14/Top 23
    T +43 1 713 13 18 | F +43 1 713 13 18-18
    ta.pe1481283636sa@ec1481283636iffo1481283636 | http://www.asep.at
    https://www.facebook.com/ASEPAustria

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    • Gleich noch ein Beitrag zum Thema –

      Gutes Programm –
      http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do…
      Besonders die Punkte –
      Verschiedene Fördermaßnahmen
      22. vertritt die Auffassung, dass die Ausbildung von unternehmerischen Kompetenzen und
      Programmen, in deren Rahmen erlernt wird, wie der Markt, die Wirtschaft und das
      Finanzsystem funktionieren und interagieren, und die auf Umweltbewusstsein abzielen,
      in die allgemeine Grundbildung integriert werden sollten; vertritt die Ansicht, dass ein
      gut ausgearbeiteter Geschäftsplan der erste Schritt hin zu einem besseren Zugang zu
      Finanzmitteln und in Richtung Nachhaltigkeit ist; fordert die Kommission und die
      Mitgliedstaaten auf, die Vermittlung von Finanzwissen unverzüglich in ihre
      Bildungsprogramme aufzunehmen; unterstützt in diesem Zusammenhang das Programm
      „Erasmus für Jungunternehmer“ zur Unterstützung einer Kultur des Unternehmergeistes
      und zur Weiterentwicklung des Binnenmarktes und der Wettbewerbsfähigkeit;
      23. stellt fest, dass Muster des nicht nachhaltigen Konsums durchbrochen werden müssen
      und ein Wandel im Verhalten der Verbraucher gefördert werden muss; betont, dass die
      Verbraucher angemessen aufgeklärt werden und Maßnahmen für ein
      umweltverträglicheres Verbrauchsverhalten gefördert werden müssen;
      24. betont, dass Start-ups und Spin-offs durch die Zusammenarbeit mit Forschungs- und
      Technologieinstituten und -universtitäten gefördert werden müssen;
      25. ist der Ansicht, dass weibliches Unternehmertum ein unausgeschöpftes Potential für
      Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der EU darstellt, das gefördert und gestärkt
      werden sollte, und dass alle Hindernisse, die Frauen auf dem Arbeitsmarkt im Wege
      stehen, beseitigt werden sollten;
      26. fordert die Kommission auf, zu untersuchen und zu ermitteln, in welchen Zweigen der
      europäischen Industrie neue Cluster und Wettbewerbszentren geschaffen werden
      können;

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  2. Ich kann den Beitrag von Reinhard Huber, der im biz.plan Wettbewerb sein Wissen auch mir und meinem Unternehmen zur Verfügung stellte nur beipflichten.

    Durch Pensionierungen und leider oft zu frühen Ruhestände geht der Wirtschaft viel Know-how verloren, das in mühevoller Arbeit und mit erheblichen Mitteleinsatz kompensiert werden muss. Wenn dann solche pensionierten Experten ihres Faches Hilfestellung geben, dann kann das für die Wirtschaft unseres Landes nur von Vorteil sein. 🙂

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