RADIO-UWEB im Gespräch – Georg Guensberg Teil 2: Der Unternehmer

Der Unternehmer Georg Guensberg

© Bild. Georg Guensberg

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Georg Guensberg ist Politik- und Strategieberater mit dem Schwerpunkt Politikanalysen und Projektentwicklung; Inhaltlich ist der bestimmende Faktor der Energie- und Klimaschutz;

Er macht kein Lobbying und Public Affairs.

Wovon ich überzeugt bin…

Mir ist eines wichtig: wenn man seine Arbeit aus inhaltlicher Überzeugung macht, dann ist das wichtigste Asset die Glaubwürdigkeit. Mein unternehmerisches Ziel ist es eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen meiner Überzeugung und dem was die Kunden von mir wollen, zu erreichen. Es gibt eben Sachen, die ich nicht mache. Das scheint mir wichtig, weil das auch meine unternehmerische Unabhängigkeit definiert. Ich betrachte das als die geistige Substanz des Unternehmens.

Wie es zur inhaltlichen Schwerpunktsetzung kam…

Wie muss ein politisches Umfeld, das Technologien zum Erfolg verhilft aussehen, ist eine der Fragestellungen wo meine Expertise nachgefragt wird.

Durch mein großes Interesse an diesen Themen und sehr viel fachlicher Lektüre entstanden meine spezifischen Kenntnisse. Der Austausch mit den richtigen Leuten über Social Media, Fehler nicht ausschließend und die über 20 Jahre währende Tätigkeit in dem Feld macht mich zu dem was mich berufliche auszeichnet.

In gewisser Weise kehre ich wieder verstärkt zu meinen Ausbildungshintergrund zurück. Diese Wissen hilft mir Diskurse zu analysieren.

Wie ich es dennoch schaffe mich als Kleinunternehmer zu behaupten…

Um als Kleinunternehmer in diesem Wettbewerb mit den Technologie- und Forschungsinstituten gut leben zu können muss ich zunächst akzeptiert, dass es nicht immer nur gut läuft. Das Risiko ist immer da. Aber wenn einem diese Form der Unabhängigkeit wichtig ist so kann das als sehr positiver Aspekt gewertet werden. Die Konkurrenz zu den großen Instituten gibt es auch gar nicht so oft. Ich arbeite in einer Nische und habe mir zudem innerhalb zweier Jahrzehnte sehr viele gute Kontakte aufbauen können. Ein wenig fehlen mir in Österreich kleinere Einheiten, die Analyse und Beratung anbieten und als potentiellen Netzwerkpartner fungieren könnten. Da würde ich mir diesbezüglich mehr Diversität in Österreich wünschen. Österreich tendiert dazu sich immer auf die paar gleichen Personen zu beschränken.

Was noch wichtig und hilfreich ist und wo es noch Handlungsbedarf gibt…

Ich muss vielleicht noch lernen auf diejenigen Projekte zu fokussieren und die Priorität setzen, die meinen Betrieb finanzieren und weniger auf die, die mich nur interessieren.

Der richtige Umgang mit Social Media ist ganz wichtig. Also diese so zu nutzen, dass man wertvolle Information bekommt und solche auch streuen kann. Das richtige Verhältnis zu finden hat bei mir ein bisschen Zeit gebraucht. Das ist, denke ich eine sehr hilfreiche Strategie, die sich auszahlt. Es eröffnet einen Weg sich über unabhängigere Strukturen selbst ein wenig in die Diskussion zu bringen. Blogs mit hoher Qualität, Twitter als gutes Multiplikatorenmedium und teilweise Facebook, tragen zu einem guten Wissensmanagement bei. Gemeinsam mit den zwei Mitarbeitern bekomme ich dieses Management gerade noch gut hin, wäre das Unternehmen größer müsste ich mir mehr dazu überlegen.

Warum ich das höhere Risiko eingehe…

Ich habe in Phasen, in denen es geschäftlich nicht so optimal lief, immer wieder darüber nachgedacht ob das Kleinunternehmertum das Richtige ist. Dabei stellte ich fest, dass es alternativenlos ist. Wenn man sich für spezifische Themen interessiert und diesen spezifischen Unabhängigkeitsanspruch hat ist es großartig so zu arbeiten. Ich genieße es sehr. Es gibt zwar ein höheres Risiko, dafür aber auch mehr Freiheit.

 

Alle Teile des RADIO-UWEB im Gespräch mit Mag. Georg Guensberg:

RADIO-UWEB im Gespräch – Georg Guensberg Teil 1: Die Energiepolitik ist eine ganz zentrale » (erschienen am 21.08.2014)

RADIO-UWEB im Gespräch – Georg Guensberg Teil 2: Der Unternehmer »

RADIO-UWEB im Gespräch – Georg Guensberg Teil 3: Fracking, Mobilität, Energiepreise und Klimapolitik » (erschienen am 23.08.2014)

 

Author: Maria Nasswetter

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