„Altes Wissen“, oder wird das Wissen von gestern in der Wirtschaft gebraucht?

© visual: www.corporate-interaction.com

© visual: www.corporate-interaction.com

Der Arbeitsmarkt bewegt sich weltweit – und natürlich auch in Österreich – mehr denn je! Anno dazumal war ein Job eine sehr eindimensionale Angelegenheit. Denn die Vätergeneration begann in einem Unternehmen zu arbeiten und beendete das Arbeitsverhältnis meist durch den Übergang in die Pension. Einen Wechsel zu anderen Firmen und Branchen gab es höchst selten!

 

Flexibler heißt erfolgreicher und auch diverser…

Das veränderte sich im Laufe der Zeit. Die Menschen wurden mobiler, der Arbeitsmarkt anspruchsvoller, härter und schnelllebiger. Und so gehört es heute fast zum Standard, dass wir im Laufe unseres Arbeitslebens wesentlich mehr berufliche Aufgaben wahrnehmen als unsere Vorfahren. Die Jungen sind dadurch auch (obwohl nicht immer ganz freiwillig) wechselwilliger und bereit sich immer öfter neuen Herausforderungen zu stellen. Gleichzeitig taucht die „Alte Generation“ ab und bestehendes Wissen verschwindet in der Versenkung. Das hat zur Folge, dass jungen Menschen oft der Bezug zum Unternehmen fehlt, überfordert sind und Firmen ihre angestrebten Ziele nur schwer erreichen. Ein Bindeglied fehlt, welches hungrige, motivierte Entrepreneure mit Routine, Gelassenheit und Wissen verbindet – die Alten!

 

Jung und alt – eine Kombination die unschlagbar sein kann

Es geht! Denn es gibt nach wie vor genügend Firmen, die dieses „alte Wissen“ zu schätzen wissen und daher aktiv nutzen. Der Autor dieser Zeilen war z.B. jahrelang als Führungsperson in einem solchen Unternehmen tätig, wo diese Zusammenarbeit zwischen jung und alt mit großem Erfolg praktiziert wurde. Der schon lange im Berufsleben stehende, erfahrene Manager mit einem Team aus Studienabgängern mit frischen Ideen. In Summe waren wir nahezu „unschlagbar! Schade also, dass die Wirtschaft mehrheitlich dazu übergeht die „Alten auszumisten“!

 

… wenn „Alte Hasen“ keine Tauben im Park füttern wollen

Und noch etwas geht! Denn es gibt auch noch genug „Alten Hasen“, die sich nach dem Ausscheiden aus der aktiven, beruflichen Laufbahn nicht dem Tauben füttern widmen oder der Bonsaizucht (beides will ich hier natürlich nicht abwerten), sondern jung im Denken und Handeln geblieben und gewillt sind weiter aktiv zu sein. Weiter zu lernen, weiter ihr Wissen, ihre Kontakte, ihre Erfahrungen und ihr Können jenen zur Verfügung zu stellen, die dies zu schätzen wissen. Egal ob ein Jungunternehmer Exportkontakte benötigt, eine Lebensmittelkette eine Strategieberatung, ein IT-Experte Mentoring über einen längeren Zeitraum, ein großes Unternehmen erfahrene Berater für ein Finanzierungsprojekt, ein Erfinder Vertriebsprofis für eine Produkteinführung.

 

 … das haben wir immer schon so gemacht!

Die Beispiele zeigen, die Wirtschaft benötigt in jedem Fall beide! Dies aber unter der Voraussetzung dass die „Alten“ nicht nur auf ihr ehemaliges Wissen bauen, sondern im Gegenzug auch bereit sind dieses laufend zu aktualisieren bzw. den wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Die oft gehörte Aussage „das haben wir immer so gemacht“ funktioniert nicht! Ein weiterer Klassiker, wie der ebenfalls mehrfach praktizierte Spruch „das tu ich mir mit meinem Alter nimmer an“, ist daher ebenso fehl am Platz! Aktive Mitarbeit, gegenseitige Wertschätzung und lebenslange Lernbereitschaft sind also die ideale Basis für ein erfolgreiches Miteinander!

 

Erfahrende Manager auf Zeit!

Es gibt also innerbetriebliche, wie auch externe Lösungen. Auf letztere können speziell kleine Unternehmen zugreifen, aber auch große Betriebe, die z.B. erfahrene Manager auf Zeit benötigen. Darauf soll aber in einem der nächsten Artikel eingegangen werden!

Author: Reinhard Huber

Share This Post On

3 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Huber,
    spannend könnte ja auch die gemeinsame Unternehmensneugründung von Jung und Alt sein. Konnten Sie schon mal ein solches Team begleiten oder haben Sie andere Erfahrungen dazu?
    Herzliche Grüße, Gabriel Kerber

    Kommentar absenden
  2. Sehr geehrter Herr Kerbler, danke für Ihr Feedback auf meinen ersten Artikel.
    Nachdem ich die letzten zwanzig Jahre vorwiegend in der Begleitung von Unternehmensgründungen verbracht habe, darf ich berichten, dass da so ziemlich alle Kombinationen dabei waren. Auch jung und alt gemeinsam. Natürlich auch Vater & Sohn!
    Grundsätzlich ist es aber fast egal, wer mit wem zusammenarbeitet, denn wenn die Bereitschaft zum Miteinander nicht vorhanden ist, geht gar nix. Wichtig war dabei auch die „Rollenanordnung“ wobei der junge meistens die treibende Kraft war und der ältere zumeist der ruhende Pol. Natürlich gab es diese Konstellation nicht allzu oft, aber mir ist bis dato keine bekannt, die nicht gehalten hätte. Auch bei Vater & Sohn, die eindeutig schwierigste Variante!

    Liebe Grüße – Reinhard Huber

    Kommentar absenden
  3. Sehr geehrter Herr Huber,
    besten Dank für Ihre Rückmeldung. Freue mich sehr, dass Sie solche Gründungen begleiten konnten. Im Rahmen meiner Masterarbeit an der Uni Stuttgart suche ich genau nach diesen erfolgreichen, altersgemischten Gründerteams. Ich wäre Ihnen sehr dankbar für eine Kontaktaufnahme unter http://www.bonusteams.org.
    Herzliche Grüße, Gabriel Kerber

    Kommentar absenden

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.