Suchen Sie sich Verbündete!

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Serie: Soziologie für KMU
Unsere europäische pluralistische Gesellschaft zeichnet sich durch eine große Vielzahl an unterschiedlichen Interessen, Wertvorstellungen, Einstellungen der sich in ihr befindlichen Individuen aus. Das bildet sich auch im Arbeitsleben ab.

Dieser Umstand kann sehr bereichernd sein, lässt er den darin lebenden Menschen einen weit größeren Freiraum, ihr Leben selbst zu gestalten, als das in totalitären, konservativen und traditionellen Gesellschaften der Fall ist. Aber alles hat auch eine Kehrseite. Und die macht einigen zu schaffen. Denn impliziert eine große Wahlmöglichkeit und eine reichhaltige Palette an fälligen Entscheidungen mitunter Orientierungslosigkeit und führt zu kleinen und größeren Verunsicherungen.

Pluralistische Arbeitswelt

Beleuchten wir aus dieser Sicht die Arbeitswelt, so finden wir auch hier die eben beschriebenen Phänomene. Hat man sich früher in die meist starre hierarchische Ordnung eines großen Unternehmens gefügt, war man in diesem dafür recht gut verankert. Man fühlte sich zugehörig und Viele ihr ganzes Arbeitsleben lang.

Sie müssen sich Ihre Arbeitsbiografie selber gestalten?

Eine jahrzehntelange Zugehörigkeit zu einer Firma findet sich kaum mehr. Wir sind dazu angehalten unsere Arbeitsbiografien abwechslungsreich und selbst zu schaffen. Bei dieser Art von Wahlfreiheit und individualistischem Tun kann dies zu tendenzieller Haltlosigkeit führen und Verunsicherungen machen sich breit. Der vorgegebene Berufsweg, den schon der Vater und Großvater ausübte, muss nicht mehr explizit angestrebt werden. Familienunternehmen sind da noch eher in dieser traditionellen Arbeitswelt zuhause.

Hinschauen und Lösungen anstreben.

Je bewusster man sich die Ursachen seines Unbehagens macht, desto eher gelingt es sich mit den eigenen Ängsten auseinandersetzen. Das lässt in weiterer Folge angemessener reagieren und dies in ein konstruktives Tun umzuwandeln.

Sich seinen Platz im Gefüge suchen.

Wenn mehr Menschen gezwungen oder freiwillig die Selbständigkeit anstreben, sind sie mit vielen Unwegbarkeiten konfrontiert. Viele EPU sind individualistisch gut unterwegs, ihnen fehlt jedoch eine soziale Arbeitsgruppe, derer sie sich zugehörig fühlen können. Als Menschen und eben als soziale Wesen sind wir auf eine Gruppe, in die wir integriert sind, angewiesen. Es ist nämlich unglaublich schwer, ohne sogenannte Verbündete aus- und weiterzukommen.  Dann passiert es schnell mal, dass die Aufträge ausbleiben, man in der eigenen Suppe schmort und irgendwann aufgibt.

Mehr Zusammenarbeit hilft vorwärts zu kommen.

Daher mein Tipp: Streben Sie mehr Zusammenarbeit an. Sich anschauen, was die Konkurrenz tut, eventuell auch mit diesen Kooperationen eingehen. Versuchen Sie sich an eine nächstgrößere Ordnung anzuschließen um besser teilhaben zu können. Der eben stattgefundene Jungunternehmertag bot die Möglichkeit zumindest das Gefühl zu bekommen dass man unter seinesgleichen ist, nämlich unter Unternehmern und Unternehmerinnen. Bei allem Individualismus ist auch Altruismus wichtig um unternehmerisch überleben zu können.

 

Links zum Thema:

Soziologie für KMU – Eine Einführung »

Soziologie für KMU – Die Funktion von Verlegenheit »

Soziologie für KMU – Komplexitätsreduktion und Ordnung »

Soziologie für KMU – Über erwünschte und unerwünschte Ordnung »

Habitus: Warum das Modell Teilzeitangestellt-Teilzeitchef nicht funktioniert!

 

Author: Maria Nasswetter

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