Einsamkeit ist eine Frage von Alter und … Einkommen!
„8 % der 18- bis 74-Jährigen in Österreich haben im 2. Quartal 2025 angegeben, sich in den 4 Wochen vor der Befragung immer oder meistens einsam gefühlt zu haben. Besonders häufig ist Einsamkeit bei Menschen aus Haushalten, die sich eine große Anzahl der Waren, Dienstleistungen oder sozialen Aktivitäten nicht leisten können, die allgemein als für eine angemessene Lebensführung notwendig angesehen werden. In solchen Haushalten betrug der Anteil der immer oder meistens Einsamen 35 %. In Haushalten mit geringeren Einschränkungen machte er lediglich 6 % aus,“ so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
So geht՚s uns heute: finanzielle Belastungen gehen mit erhöhter Einsamkeit einher
In der Befragung „So geht’s uns heute“ gaben im 2. Quartal 2025 28 % der Bevölkerung zwischen 18 und 74 Jahren an, sich in den letzten 4 Wochen zumindest gelegentlich einsam gefühlt zu haben. Rund 8 % fühlten sich „immer“ oder „meistens“ einsam. Junge Erwachsene sind dabei häufiger von Einsamkeit betroffen. So berichten in der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre 12 %, sich in den letzten 4 Wochen „immer“ oder „meistens“ einsam gefühlt zu haben. Noch stärker sind die Einflüsse von Haushaltsform und Einkommen: alleinlebende Personen (19 %), Alleinerziehende (12 %), Personen in von Arbeitslosigkeit betroffenen Haushalten (17 %) und Personen mit niedrigem Einkommen (16 %) berichten vermehrt, sich in den vergangenen 4 Wochen „immer“ oder „meistens“ einsam gefühlt zu haben (siehe Tabelle 1).
Ein besonders deutlicher Zusammenhang zeigt sich bei materieller und sozialer Deprivation. Bei Personen aus Haushalten, auf die 7 oder mehr der 13 Deprivationsmerkmale zutreffen – etwa aus finanziellen Gründen keine Freunde einladen zu können, nicht an Freizeitaktivitäten teilnehmen oder grundlegende Konsumgüter nicht ersetzen zu können – lag der Anteil der „immer“ oder „meistens“ Einsamen im 2. Quartal 2025 bei 35 %, während er bei Haushalten mit weniger Einschränkungen nur 6 % betrug.
Zeitverwendungserhebung: mehr Alleinzeit im Alter
Die Zeitverwendungserhebung 2021/2022 zeigt deutliche Unterschiede in der Alltagsstruktur nach Altersgruppen. Demnach verbringen
- Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren durchschnittlich rund 3 Stunden und 27 Minuten pro Tag allein,
- während Personen zwischen 18 und 34 Jahren etwa 5 Stunden und 22 Minuten allein sind.
- Bei den 50- bis 64-Jährigen steigt die Alleinzeit auf rund 6 Stunden und 10 Minuten,
- und Personen ab 65 Jahren verbringen mehr als 6,5 Stunden täglich allein.
Gleichzeitig nimmt die Zeit für aktive soziale Interaktionen mit dem Alter ab: Jugendliche und junge Erwachsene (bis 35 Jahre) investieren täglich mehr als 2 Stunden in soziale Kontakte, ältere Menschen weniger als eineinhalb Stunden. Frauen verbringen insgesamt etwas weniger Zeit allein und mehr Zeit mit sozialen Interaktionen als Männer.
Quelle: statistik.at







