Kommentar: Wie angenehm Zusammenarbeit sein kann

© 3D Rendering: www.corporate-interaction.com

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Heute früh gönnte ich mir mal wieder ein Frühstück in der Bäckerei Felzl. Während ich diese Zeilen schreibe und mir die Felzl Website ansehe, entdecke ich das Angebot des Brotautomaten. Das finde ich so toll, dass ich jetzt gleich darüber berichten möchte – und über eine Beobachtung, die ich dort machte. Nachfolgend noch ein Kommentar, zu dem mich eine Bekannte, die ich dort traf, veranlasste.

 

Werft das Brot in den Automaten und nicht weg!

Dieser Brotautomat wird jeden Abend um 20 Uhr mit genau dem Brot befüllt, dass an diesem Tag nicht verkauft wurde. Das birgt drei Vorteile:

  • Zum einen wird das Brot, das an diesem Tag nicht verkauft wurde, nicht weggeworfen.
  • Zweitens ist es billiger zu haben.
  • Und drittens auch noch die ganze Nacht über. Danke an Horst Felzl, dass er mit so einem guten Beispiel vorangeht. (http://felzl.at/abseits-der-backstube/brotautomat/)

 

Monetärer Erfolg ist nur ein Teil …

Genau das macht uns, die EPU und KMU aus. Diese Vielfalt an Innovationen, die in erster Linie den Menschen dienen und nicht, wie in Konzernen, der Gewinnmaximierung. Wir zeigen hier auf UWEB immer wieder, welche tollen Ideen Unternehmer und Unternehmerinnen umsetzen und damit erfolgreich sind. Erfolgreich bedeutet ja auch, dass der Job, die Firma gut mit dem Familienalltag vereinbar ist und man hinter dem stehen kann, was man tut. Erfolgreich sein bedeutet mehr als nur der monetäre Gewinn.

 

Meine Beobachtung – Chef interagiert erfolgreich mit seinen MitarbeiterInnen

Da war ein freundlicher, unaufgeregter Mann, der sich hinter die Theke stellte und etwas sortierte. Wohl in seinem Gestus und inhaltlich war gleich klar, es handelt sich um den Chef. Der besprach in angenehmer Weise mit seinen Angestellten einige Agenden. Man hatte das Gefühl, da kennen die Beteiligten ihre Rollen sehr gut und keiner muss sich in einer Rolle erst beweisen. Ein gemeinsames Ziel wurde verfolgt und jeder Agierende profitierte von dieser Kommunikation. So wird es auch an die Kunden weitergegeben. Ich werde dort immer sehr freundlich und entspannt behandelt. Auch wenn noch so viele wartende Kunden und Kundinnen das Geschäft frequentieren, war es noch nie hektisch.

 

Und nun zum Anlass dieses Artikels

Ich saß also beim Frühstück und eine Bekannte schneite, wohlgemerkt im Hochsommer, herein. Wir unterhielten uns über dies und das, dann erzählte sie mir über ihre gestrige Begegnung mit ihrer Nachbarin – es mache sie immer noch wütend. Besagte Nachbarin läutete und als meine Bekannte die Türe öffnete, wurde sie in der nächsten Sekunde angefaucht. Kein Gruß, kein Hallo, stattdessen ein Schwall an Anschuldigungen. Es ging um irgendwelchen Hausrat, der sich auf einer Gemeinschaftsfläche befand. Das ist hier jetzt nicht so wichtig. Wichtig ist, diese Szene, die Interaktion genauer zu betrachten.

 

Warum so radikal?

Vermutlich nagt der Umstand, dass hier etwas passierte, dass sie für nicht gut empfand, schon ein Weilchen. Und dann, aus welchen Gründen auch immer, gab sie sich den Ruck und läutete an der Türe der Verursacherin ihres Ärgers. Nun passierte es, dass sie, ohne sich über ihr Gegenüber im Vorfeld Gedanken gemacht zu haben, all ihren Frust über den Umstand in geballter Ladung an der Anderen abließ.

 

Versetzen Sie sich in Ihr Gegenüber

Sie setzte sich damit nicht in Beziehung und hat nicht ein gemeinsames erfolgreiches Ergebnis vor Augen. Nein, sie agiert drauflos, indem sie endlich formuliert, was sie nervt, und denkt nun das Problem in ihrem Sinne zu lösen. Doch sie hat mit dieser Aktion Widerstand aufgebaut und Ärger der Gegenseite erzeugt. Jetzt heißt es gegeneinander und wer am Ende gewinnt oder auf der Strecke bleibt.

 

Win-Win statt Winner takes it all

Zielführender wäre doch, sich im Vorfeld zu überlegen, was man tun kann um gemeinsam und für alle Beteiligten eine win-win-Situation zu erzeugen. Diesen Gedanken eilt eine Einstellung voraus. Denkt man von vornherein den Anderen mit und setzt sich mit ihm in Beziehung, dann kann viel leichter ein für beide Seiten guter Kompromiss erreicht werden.

Der Fluch der ICH-AGs

Genau das erleben wir auch im Unterehmensalltag, mit Geschäftspartnern, Kunden und MitarbeiterInnen. Vielleicht ist diese Form des unkooperativen Verhaltens dem Umstand geschuldet, dass wir in einer Gesellschaft leben, die sehr viele ICH-AGs hervorbringt. Je mehr suggeriert wird, dass man es nur schafft, wenn man genug Egoismus an den Tag legt, desto weniger hält man Zusammenhalt und Zusammenarbeit für wichtig.

 

Kooperation zahlt sich aus!

Mir persönlich ist ein großes Anliegen, wieder mehr den Fokus auf den Zusammenhalt zu legen. Als soziale Wesen wollen wir mit den Anderen kooperieren – es ist ein Grundbedürfnis, sich mit anderen erfolgreich auszutauschen. Aber wenn man es noch nicht am eigenen Leib gespürt hat, dann weiß man auch nicht wie gut das tut.

Author: Maria Nasswetter

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