Rückschau Veranstaltung – Heldinnenreise 45+
Über 200 Gäste setzen ein starkes Zeichen für Potenzial, Perspektiven und neue Wege im Berufsleben
Mehr als 200 Gäste folgten der Einladung zur Veranstaltung „Heldinnenreise 45+“ in die Wirtschaftskammer Österreich. Die Botschaft des Abends war klar: 45+ ist Startlinie – nicht Endstation. Der Event verband drei gleichwertige Programmpunkte – den Podiumstalk, „Table Time“ als interaktiven Themenaustausch unter allen Anwesenden und Netzwerken. „Mein Ziel für den Abend war Information, Inspiration und Motivation zu vermitteln und die Rückmeldungen zeigen, es ist gelungen“, so Veranstalterin Felzmann.
Basis und Herzstück des Formats ist Felzmanns Podcast „Nonna:Restart! Eine berufliche Heldinnenreise 50+“: Einerseits greift er das wirtschaftlich wie gesellschaftspolitisch hochrelevante Thema auf, wie berufliche Entwicklung auch im „zweiten beruflichen Kapitel“ gelingt. Andererseits liefern die 100+ geführten Interviews mit Role Models, Expertinnen und Unternehmen den Erfahrungs- und Wissensschatz, aus dem sich Inhalte, Impulse und Diskussionen für die Heldinnenreise-Events und andere Formate speisen.
„Tatendrang und der Mut zum Neustart kennen kein Alter. Frauen sind als Gründerinnen, Unternehmerinnen und Führungskräfte eine tragende Säule unseres Wirtschaftsstandorts – und Erfahrung, Souveränität sowie starke Netzwerke sind dabei entscheidende Erfolgsfaktoren. Denn: Starke Frauen stärken Frauen.“ So MarthavSchultz, WKÖ-Präsidentin & FiW-Bundesvorsitzende in ihren Eröffnungsworten.
Talk: Arbeitsmarkt & Wirtschaft – warum 50+ strategische Zukunftsgruppe ist
Die wirtschaftliche Lage hätte sich, so Petra Draxl (Vorständin AMS) nach zwei Jahren Rezession leicht verbessert, der Arbeitsmarkt sei „robust“ aber mit 450.000 Arbeitslosen, darunter 188.000 Frauen angespannt. Diskutiert wurden Sichtbarkeit und Diskriminierung älterer Frauen, Teilzeitstrukturen, Rollenbilder und die Notwendigkeit flächendeckender Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen.
Potenzial erfahrener Frauen konsequent nutzen
Eine Frage stand besonders im Zentrum: wie gelingt es, das Potenzial erfahrener Frauen angesichts des Fachkräftemangels endlich konsequent zu nutzen? Diskutiert wurde klar und praxisnah über Altersbilder, Recruiting-Realität, politische Rahmenbedingungen und die Verantwortung von Unternehmen und öffentlicher Hand.
Petra Draxl unterstrich, dass die Debatte häufig an der falschen Stelle beginnt: 45+ sei keineswegs „alt“, hier stünde man in vielen Fällen noch „voll im Berufsleben“. Gleichzeitig brauche es ab 50+ und insbesondere ab 55+ ein bewusstes Umdenken. Hier müsse bewusst gegengesteuert werden, weil sonst Stereotype, Auswahlmechanismen und fehlende Strategien Menschen systematisch ausbremsen. Als Vergleich wurde
Dänemark genannt: Dort werden Arbeitskräftepotenziale – insbesondere 55+ – und Migranten klar adressiert und aktiv genutzt. Österreich müsse angesichts der demografischen Entwicklung viel stärker erkennen: „50+ und Migranten sind das Potenzial für den Arbeitsmarkt der Zukunft“, so die Stoßrichtung ihrer Argumentation.
Die Runde machte auch klar: Die Altersdiskussion betrifft Frauen besonders und ist nicht nur ein Arbeitsmarktproblem, sondern ein gesellschaftliches. Sylvia Vana (Bundesministerium für Wirtschaft) verwies auf „alte Bilder“ in den Köpfen – und wie stark Rollenbilder Wahrnehmung und Chancen prägen. Es brauche Sichtbarkeit, Vorbilder und bewusstes „Empowern“, damit Frauen in dieser Altersgruppe nicht ausgeblendet, sondern als kompetente Leistungsträgerinnen wahrgenommen werden.
Verena Wiesinger (Frau in der Wirtschaft Wien) hielt fest, dass viele Zuschreibungen erschreckend früh beginnen – obwohl 45 oder 50 keineswegs „alt“ sei. Sie brachte die Konsequenz für Betriebe auf den Punkt: Erfahrene Frauen auszuschließen sei wirtschaftspolitisch kurzsichtig. Sie plädierte für konkrete Anreize für Unternehmen, die einstellen, sowie für Weiterbildung und „Dranbleiben“ – nicht nur bei Jüngeren, sondern auch ab 45+.
Einen besonders datenbasierten Blick lieferte Elisa Aichinger (Partnerin Deloitte) mit Ergebnissen der Deloitte-Studie „Aging Workforce“. Aichinger zeigte den zentralen Widerspruch auf: Viele Unternehmen schätzen die Erfahrung älterer Arbeitnehmer*innen – gleichzeitig klafft ein massiver Abstand zwischen Bewusstsein und Umsetzung in der Bindung und Gewinnung: rund drei Viertel der Befragten gaben an, dass die Zielgruppe 50+ künftig an Bedeutung gewinnt; dennoch arbeitet nur ein Viertel aktiv an der Bindung von 50+, und nur etwa jeder fünfte Betrieb spricht diese Zielgruppe im Recruiting bewusst an. Besonders markant: Nur 13% setzen bislang auf ein gezieltes Employer Branding für 50+. Genau das werde zum Problem, weil sich der Arbeitsmarkt durch den demografischen Wandel weiter zuspitzt und künftig noch weniger Fachkräfte unter 50 verfügbar sein werden.
Der Appell der Runde: der Bund und die Wirtschaft müssen ihre Systeme, Sprache und Prozesse rasch anpassen – und 50+ nicht als Randthema, sondern als strategische Zukunftsgruppe im Recruiting, Entwicklung, Bindung behandeln.
Table Time „Lernen voneinander“
Beim Programmpunkt Table Time stand „Lernen voneinander“ anhand von 5 Themen, die sich aus den Podcast-Interviews als besonders relevant herauskristallisierten im Vordergrund: Unter dem Dach „5 Erkenntnisse aus 100 Podcast-Interviews“ teilten Podcast-Interviewpartner*innen ihre Erfahrungen und gaben den Gästen konkreten Impulse zu: Berufung kennt kein Ablaufdatum, Mut, sich ins Unbekannte zu wagen, Scheitern als Lernfeld, Miteinander zum Erfolg, Neustart & flexible Arbeitsmodelle.
Der letzte Programmpunkt galt dem Netzwerken: Verbindung als Schlüsselkompetenz
Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit für den Austausch, neue Kontakte und konkrete nächste Schritte – denn gerade bei beruflichen Veränderungen zeigt sich immer wieder: Beziehungen öffnen Türen, stärken Mut und beschleunigen die Umsetzung.
Diese Kombination aus Information, Inspiration und Motivation macht die Heldinnenreise von C. Felzmann zu einem Format, das nicht nur diskutiert, sondern Bewegung in die Realität bringt. Hauptpartner des Events war die Marketing & PR Agentur Cox Orange, die Felzmann vor drei Jahren an ihre Nachfolger übergeben hatte.
Über die Veranstalterin:
Carina Felzmann ist Podcasterin und Coach für Kommunikation und halbtags im gemeinnützigen Verein PatInnen für alle angestellt. In ihrem Podcast „Nonna:Restart! Eine berufliche Heldinnenreise 50+“geht es vor allem um Frauen 50+, die sich beruflich verändern wollen oder müssen. Oder auf der Suche nach ihrer Berufung sind. Der Podcast nimmt die Hörer*innen mit auf eine authentische Reise der Nonna (ital. für Omi) Carina
Felzmann, die mit 57 ihre Firma übergeben hat und den eigenen Restart plante. Neben persönlichen Interviews mit Frauen 50+ aus unterschiedlichen Berufen ergänzen Fachinterviews mit Expertinnen und Firmeninterviews den Podcast. Motivation, Inspiration und Information sind das Ziel. Der Podcast läuft auf allen gängigen Podcast-Plattformen, u.a. auf spotify und auf www.carina-felzmann.com .





