Anzeige
Anzeige

Kärntens Gründer arbeiten in der Garage (Teil 3)

Begonnen hat alles damit, dass Ing. Marcel Mild beruflich in Rotterdam und Amsterdam zu tun hatte. Da gibt es bekanntlich viele Frachtcontainer. Einen davon nutzte der hier angesprochene zeitweise als Büro, was sich auf den weiteren Lebensweg des jungen Mannes nachhaltig auswirken sollte.
Der andere heißt DI Dr. Erich Hartlieb und ist Leiter des Studienganges Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule Kärnten und ein Besessener wenn es darum geht seine Studenten mit der Realwirtschaft in Verbindung zu bringen, bzw. ihnen die bestmögliche Ausbildung zukommen zu lassen.

Vom Living-Container …

Mild, dem die Idee einer weiteren Nutzung der Container nicht mehr losließ, fand im Kärntner Gailtal (wo er wohnt) Partner, die an der Idee Gefallen fanden die – ursprünglich zur Fracht bestimmten Einheiten – für Wohnzwecke umzubauen. Mit dieser Idee wird der innovative Jungunternehmer also Wohnraum aus gebrauchten Schiffscontainern schaffen. Die Container werden dabei zu ca. 25 m² großen und voll möblierten Wohneinheiten umgebaut. Das passiert nun auch seit einiger Zeit, wobei sich die Zielgruppe vorwiegend bei jungen, mobilen Personen findet. Z.B. Studenten, Pendler, bzw. solche, die aus beruflichen Gründen (noch) keine Wurzeln schlagen wollen oder können!
Die Idee – nahe der Uni Klagenfurt ein Studentenheim in Containerform zu bauen – ist leider geplatzt, obwohl alle Gespräche der Beteiligten positiv verliefen. Grund: Die Alpen-Adria Universität legte gegen das preisgekrönte Projekt ein Veto ein.

… zur Gründergarage!

Die Begriffe Gründen und Garage sind ja seit je her untrennbar miteinander verbunden, wie das prominente Beispiel des legendären Steve Jobs zeigt. So lag es nahe, dass die – ursprünglich als Wohncontainer konzipierten – Einheiten Einzug in die Gründerszene fanden.
Der ideale Ort dazu fand sich an der Fachhochschule (FH) Villach, an der – unter der Leitung von Erich Hartlieb – ein Gründercampus für technologieorientierte Start-ups konzipiert und Schritt für Schritt umgesetzt wird. Die unmittelbare Anbindung der Gründergaragen an die bereits vorhandenen Einrichtungen wie die Innovationswerkstatt und die Smart-Labs der FH Kärnten komplettieren diesen Campus und schaffen damit die notwendige Infrastruktur, hochschulisches Know-how, Forschung und Entwicklung sowie Unternehmen gezielt zu vereinen.

Die Gründergaragen ermöglichen nun Studierenden, Absolventen und Kärntner Start-ups den Zusammenbau von Prototypen sowie die Durchführung von Testreihen unter Wahrung der Geheimhaltung. Der Schutz vor Veröffentlichung ist für eine etwaige Anmeldung von Schutzrechten von existenzieller Bedeutung. Die FH Kärnten hat in der Unterstützung von Jungunternehmern damit einen wesentlichen Meilenstein erreicht.

Der richtige Weg, um zu gründen?

Wenn alle an einem Strang ziehen – ja! Was aber in Kärnten nicht immer der Fall ist. Dass es doch geht zeigt dieses Beispiel gelungener Kooperation. Denn durch die Initiative des build! Gründerzentrums wurde 2009 ein Pilotprojekt zur Unterstützung von Gründungsideen an der FH Kärnten durchgeführt. Das Ergebnis war eine Unternehmensgründung und ein Kooperationsprojekt mit einem bestehenden Kärntner Startup. Durch diese Projekterfahrung kamen die Projektteilnehmer zur Erkenntnis, dass eine strukturierte Unterstützung von Gründungsvorhaben in Form von Expertenwissen, Coaching und geeigneter Infrastruktur die Erfolgswahrscheinlichkeit, speziell von technologieorientierten Startups, enorm erhöhen. So wurde im November 2013 in Abstimmung mit den Gründerinstitutionen am Standort Kärnten die Initiative Start UP an der FH Kärnten gegründet. Neben Gründerworkshops und individuellen Coachings sind die Innovationswerkstatt als Kreativraum und das Smart Lab als Prototypenwerkstatt wesentliche Elemente für Gründerprojekte.

Dass hier mit diesem Projekt ein zukunftsweisender Schritt gesetzt wurde zeigt, dass es doch geht. Mögen viele weitere folgen und noch so manch österreichischer Gründer die Möglichkeit haben in einer Container-Garage in eine erfolgreiche Zukunft zu starten!

Links zum Beitrag
www.living-container.at/
www.fh-kaernten.at/fh-newsletter/details/fh-kaernten-eroeffnet-gruendergarage/
https://www1.meinbezirk.at/villach-land/c-wirtschaft/innovative-garagen-fuer-junge-unternehmer_a1953739

Author: Reinhard Huber

Als Berater und Coach übte ich diese Tätigkeit u.a. für die Wirtschaftskammer aus, aber auch für andere Institutionen, ganz besonders aber für das Unternehmensgründungsprogramm (UGP), für welches ich die letzten Jahre als Projektleiter verantwortlich war. Dies dann aber als Angestellter der für dieses Projekt beauftragten bit Gruppe. Daneben war ich stets auch als Coach bei Businessplanwettbewerben tätig, aber auch als Trainer für Marketing, Betriebswirtschaft und Social-Media-Marketing. Nähere Infos und Details unter www.reinhardhuber.at

Share This Post On

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.