Gewerbe und Handwerk: Bessere Stimmung, weiter schwache Konjunktur
Österreichs Gewerbe- und Handwerksbetriebe melden eine leichte Aufhellung. Sinkende Auftragseingänge und Umsätze zeigen jedoch, wie schwierig die Lage für viele Unternehmen bleibt.
Die Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria zeichnet für das zweite Quartal 2026 ein verhaltenes Bild: 22 Prozent der Betriebe bewerteten ihre Geschäftslage als gut, 30 Prozent als schlecht. Die übrigen 48 Prozent meldeten einen saisonüblichen Geschäftsverlauf. Damit verbesserte sich die Stimmung gegenüber dem Jahresbeginn, blieb insgesamt aber negativ.
Preissteigerungen verdecken einen Teil des Rückgangs
Im ersten Quartal gingen Auftragseingänge beziehungsweise Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum nominell um 2,1 Prozent zurück. Weil die Verkaufspreise gleichzeitig stiegen, fiel das Minus preisbereinigt mit 4,6 Prozent deutlich stärker aus.
Der Auftragsbestand der investitionsnahen Branchen sicherte im zweiten Quartal durchschnittlich 12,9 Wochen Vollauslastung. Bei den konsumnahen Betrieben meldete hingegen jedes vierte Unternehmen Umsatzrückgänge; nur 15 Prozent verzeichneten Zuwächse.
Vorsicht prägte auch die Personalplanung
Für Juli bis September erwarteten mehr Betriebe Rückgänge als Zuwächse. Dennoch wollten 78 Prozent ihren Personalstand halten und 17 Prozent zusätzliche Beschäftigte aufnehmen.
Für Unternehmerinnen und Unternehmer ergibt sich daraus ein vorsichtiges Signal: Die Stimmung hellt sich auf, ein breiter Aufschwung lässt sich aus den Zahlen jedoch noch nicht ableiten.
Quelle: KMU Forschung Austria – Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk, 2. Quartal 2026, veröffentlicht im Juli 2026.




