Cybersicherheit: Wer sich aktiv damit beschäftigt, wird besser – viele KMU sind aber unvorbereitet
Der CyberRisk Report 2026 zeigt Verbesserungen bei den bewerteten Betrieben. Gleichzeitig warnt der KSV1870 vor einem zu geringen Risikobewusstsein in der österreichischen Wirtschaft. Für Unternehmen rücken dabei auch ihre Lieferanten stärker in den Fokus.
Wer sich mit Cybersicherheit beschäftigt, macht Fortschritte: Bei 49 Prozent der rund 400 im Jahr 2026 durchgeführten CyberRisk Ratings fiel das Ergebnis besser aus als 2025. Bei 29 Prozent blieb es gleich, bei 22 Prozent verschlechterte es sich. Nach Einschätzung der KSV1870 Nimbusec GmbH lässt jedoch weiterhin nur ein kleiner Teil der Unternehmen seinen Sicherheitsstatus extern überprüfen. Quelle: KSV1870
Angriffe früher erkennen, im Ernstfall handeln
85 Prozent der bewerteten Unternehmen können IT-Sicherheitsvorfälle zuverlässig erkennen. Im Vorjahr waren es 73 Prozent. Auch bei der Vorbereitung auf den Ernstfall gibt es Fortschritte: Nur noch neun Prozent verfügen über keinen Notfallplan – ein Rückgang um 13 Prozentpunkte.
Für Betriebe zählt dabei vor allem die Handlungsfähigkeit. Ein Angriff kann Abläufe unterbrechen und finanzielle Schäden verursachen. Robert Staubmann, Geschäftsführer der KSV1870 Nimbusec GmbH, betont deshalb die Bedeutung einer raschen Erkennung und klar geregelter Reaktionen. Quelle: KSV1870
Die Lieferkette gehört zur Sicherheitsstrategie
Cybersicherheit endet an keiner Unternehmensgrenze. Externe Dienstleister und Lieferanten müssen in die Risikobetrachtung einbezogen werden. Laut Report haben inzwischen 79 Prozent der untersuchten Betriebe einen Prozess zum Management ihrer Lieferantenrisiken eingerichtet. Das entspricht einem Anstieg um 19 Prozentpunkte gegenüber 2025. Zudem investieren 93 Prozent in regelmäßige, fachspezifische Mitarbeiterschulungen. Quelle: KSV1870
Was die Zahlen aussagen
Bei der Einordnung ist die Datenbasis entscheidend: Die detaillierte Auswertung des Reports beruht auf mehr als 380 abgeschlossenen Ratings. Die Ergebnisse beschreiben somit Unternehmen, die ihre Sicherheitsmaßnahmen bereits überprüfen lassen. Daraus lässt sich kein repräsentativer Sicherheitsstatus sämtlicher österreichischer Betriebe ableiten. Das Bewertungsverfahren umfasst 25 Anforderungen; die Antworten werden von qualifizierten Prüfern validiert. Quelle: CyberRisk Report 2026
Für Unternehmerinnen und Unternehmer ergibt sich daraus eine konkrete Aufgabe: den eigenen Sicherheitsstand kennen und die Vorbereitung auf einen Vorfall regelmäßig hinterfragen. Sind Zuständigkeiten geklärt? Wissen Beschäftigte, wem sie verdächtige Vorgänge melden sollen? Sind wichtige Dienstleister in die Planung einbezogen?
Die positiven Ergebnisse der bewerteten Betriebe zeigen Fortschritte. Ob das eigene Unternehmen ebenfalls vorbereitet ist, lässt sich aber erst durch eine systematische Überprüfung feststellen.




