Pflegerebell Mann – Deine Tage sind gezählt!?

Fest steht: Männer, die lieber der eigenen, männlichen Gammeligkeit frönen, als sich regelmäßig zu pflegen, gehören zu einer aussterbenden Muffel-Spezies.  Dass das männliche Geschlecht von Natur aus in Sachen Schönheitspflege eher der Reparatur als der Vorsorge zugetan ist, ist dabei kein Geheimnis, befragt man jedoch unterschiedlichste Kosmetikhersteller, Hautärzte und Beautyexpertin, so steht fest – das zunehmende Pflegebewusstsein des modernen Mannes zählt zu den eindeutigen Wachstumsgaranten unserer Zeit.

Posterboy Beckham machte den „gepflegten Mann“ salonfähig

© Visual: www.corporate-interaction.com

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Die Zahl der Männer, die sich wie Schauspielstar Johnny Depp ohne Mascara (!) und Kajalstift (?) nicht mehr aus dem Haus trauen, wird immer größer und viele Ehefrauen bemerken, dass sich der Inhalt ihrer Augencreme plötzlich doppelt so schnell dem Ende neigt wie früher. Immer mehr Männer sehen die Selbstverantwortung für ein gesundes und attraktives Aussehen nicht mehr nur als lästige Übung, sondern als Trittbrett zu einer besseren Lebensqualität, Souveränität und deutlich mehr Ausstrahlung. Männerpflege ist hoch im Kommen.

Ein einschneidendes Erlebnis – zumindest für alle Fußballfans – stellt hier sicherlich das Jahr 2002 dar, als Manchester United Star-Stürmer David Beckham urplötzlich mit Haarreif und lackierten Fingernägeln auf den Rasen lief. Und plötzlich ging es bei einem Fußballspiel nicht mehr darum, wie viele Tore geschossen wurden, sondern welcher Fußballer den gepflegtesten Auftritt hinlegte. Kontroverseste Meinungen zum Thema Metrosexualität hin oder her, war das Handeln eines Männervorbilds wie David Beckham sicherlich einen Befreiungsschlag für all die Jungs, die sich in ihrer Macho-Rolle bis dato gefangen sahen. Von nun an gehörte es fast schon zum guten Ton mit rasierter Brust und perfekt gezupften Augenbrauen in Job und Alltag zu glänzen und sich mit Freuden Gedanken über die unterschiedlichsten Inhaltsstoffe der Tagescreme zu machen. Sicherlich nicht jederMANNs Ding, das ist klar.

Schönling Brad Pitt steht selbstsicher dazu, nicht nur dieselbe Frisur wie seine Ehefrau Angelina zu tragen, sondern gleichzeitig auch ihre Aufgaben wie Kochen, Putzen und Babysitting zu übernehmen und macht den bisher ausschließlich der Frauenwelt vorbehaltenen Duft Chanel No 5 zum neuen, männlichen Duftwasser unserer Zeit. Ein Gentleman, der zum Hausmann avanciert, während seine Frau auf politischer Rundreise ist und dabei auch noch gepflegt und überaus durchtrainiert seinen Mann steht  –  das neue Männerideal unserer Zeit? Wer weiß.

Echte Männer brauchen (k)eine Creme?

Lustigerweise ist der morgendliche Griff zu Zahnbürste und Kernseife für „echte“ Männer – oder vielmehr für die, die sich dazu zählen –  tatsächlich das Höchste der Gefühle in Sachen Körperpflege und sollten doch irgendwann einmal erste Zeichen der Zeit mehr oder weniger tiefe Spuren hinterlassen, kann sich die Männerwelt beruhigt auf typische Werbeslogans wie „So sexy ist altern“ und „Je älter desto schöner“ berufen. Wer braucht da schon Metrosexualität? Doch geht es den Männern, die sich in ihrer Freizeit mit Facials, Massagen und häufigen Friseurbesuchen vergnügen vielleicht sogar weniger um den Pflegeaspekt an sich – vielmehr darum, dass Männer nun einfach alles sein können. Familienvater und Handtaschenträger – Traumtyp und Kosmetikfachmann. Veraltete Rollenmuster werden bei Seite geschoben, sehen sich gepflegte Männer doch hauptsächlich auch als Rebellen gegen die Fadheit des Mainstreams.

Doch bin ich mir sicher, dass sich auch diese spezielle „Kategorie Mann“ eines Tages wieder verändern wird, wenn sie bemerkt, dass der Mainstream sie nun genau damit langweilt, was für sie Früher mit Freiheit und Rollenflucht gleichgesetzt wurde.

 

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Author: Martin Ehmele

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1 Kommentar

  1. Daumen hoch für den pflegebewussten Mann! Es gibt nicht immer nur schwarz oder weiss – Vielfalt für den Mann! Der Autor bringt es auf den Punkt.

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