Weil ich ein große Leidenschaft fürs Textile habe. Weil ich mich damit ausleben kann. Ich hatte die Idee mich selbständig zu machen um eine Kontrapunkt zu diesen Massenproduktionen zu setzen – das war vor 15 Jahren. Ich war jung und ungebunden. Entweder jetzt oder nie, dachte ich damals. Ich unterrichtete damals im zweiten Jahr in der Bildungsanstalt für Bildungspädagogik textiles Werken. Um jedoch immer dabei zu bleiben fühlte ich mich zu jung, vor allem für das System Schule, denn ich wollte nicht davon geschluckt werden. Ich dachte mit vollem Idealismus, dass wir wirklich was Gutes machen können. Letztlich aber geht es nur um Leistung und das Interesse daran wirklich zu wecken ist oft vergebene Liebesmühe gewesen. Also sprang ich ins kalte Wasser. Natürlich hatte ich auch Angst. Begonnen habe ich mit dem Ersparten, dass ich mir durch meine vorherige spartanische Lebensweise und den Job in der Schule zurücklegen konnte. Dann rechnete ich mir aus welchen Schuldenberg ich maximal anhäufen würde, wenn meine Geschäftsidee nach einem Jahr nicht aufgehen würde. Das nahm mir dann die Angst – und ich versicherte mir, dass ich jederzeit wieder in die Schule zurück konnte. Die Lust am Gestalten und mein eigenes Ding zu machen – das ist nach wie vor schön an meiner selbständigen Tätigkeit. Das ist voll aufgegangen. Ich liebe meinen Alltag obwohl alles ständig zu viel ist.
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