Führen eines Unternehmens – sind Sie schon im 21. Jahrhundert angekommen?

Als UnternehmerIn sind Sie sehr häufig eine Person, die eine Gruppe von Menschen anleitet. Sie sollten diese Position als koordinierende, planende und kontrollierende Größe verstehen. Innerhalb dieser Beschreibung gibt es sehr viel Spielraum. Oder anderes gesagt unterschiedliche Führungsstile.

Globalisierung und eine vernetzte Welt erfordern andere Führungsstile

Ein Top-down Führungsstil, also stark hierarchisch und mehr oder weniger autoritär organisiert, wird vermutlich eher in traditionellen Familienunternehmen und weniger in Start-up Unternehmen vorzufinden sein.

© Visual: www.corporate-interaction.com

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Am Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Ruf nach alternativen Führungsstilen laut. Besser gebildete und informierte Personen der Generation X ( dabei handelt es sich um die Kinder der Babyboomer, die Generation der Mitte 1950er bis Mitte 1960er geborenen) und Y (die darauffolgende Generation) wollen sich immer weniger solchen autokratischen Systemen unterordnen. Einfühlsame Motivierung engagierter MitarbeiterInnen, Förderung von Selbstverantwortung, Eigeninitiative, Kreativität wird nun von den Führungskräften gefordert. Die neuen Generationen wollen sich mit dem Unternehmen identifizieren können, sich aber nicht für das Unternehmen selbst ausbeuten. In ganz innovativen Betrieben wird ein Laissez-faire Stil gelebt. Diese verlangt von den TeamarbeiterInnen hohe Selbstverantwortung und versteht das Führen nur mehr als Informationsbereitstellung. Diese Diskurse halten auf theoretischer und alltagssprachlicher Ebene Einzug. Damit wird sicher zum einen ein sozialer Wandel angesprochen und auf diesen reagiert. Zum anderen dürfen wir nicht vergessen, dass eine immer größer werdende Gruppe von Psychologen und Trainern auch immer mehr und neue Produkte auf den Markt bringen will. Und letztlich entspricht es dem Zeitgeist mehr über kooperative Führung zu parlieren als auf machtausübende Vorgesetzte zu verweisen.

Autoritärer Führungsstil – längst überholt?

Ein Forscherteam der Universität Wien beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Organisation von Familienunternehmen. Unter anderem wird dabei zum Thema Übergabe an die nächsten Generationen geforscht. Dabei hat Profin. Froschauer unter anderem festgestellt, dass nach wie vor viele Familienunternehmen sehr traditionell und damit hierarchisch organisiert sind. Es wurde dabei erhoben, dass es auch vorkomme dass sogenannte Backseat-Drivers die offizielle Führungsriege anleitet. Unter Backseat-Driver wird eine Generation bezeichnet die zwar offiziell aus dem Unternehmen ausschied, jedoch im Verborgenen die Fäden zieht und bildlich gesprochen am Rücksitz das Lenkrad führt während die Fahrer nur Gas geben oder bremsen. Man kann sich ausmalen welche Konsequenzen das haben kann und dies mitunter Innovationen verhindern.

Oder aber: Je erfolgreicher, desto legerer und umgekehrt!

Vielleicht ist da auch was Wahres dran. Aus zahlreichen Beobachtungen kann gesagt werden, dass Chefs eher innovativ und aufgeschlossen sind, wenn die Einnahmen stimmen. Ist das nicht mehr der Fall, wird wieder auf alte Muster zurückgegriffen. Und diese sind nun mal die hierarchischen Stile und das autoritäre Handeln des Vorgesetzten gegenüber den Untergebenen.

Welchen Führungsstil wenden Sie an und welche Erfahrungen machen Sie damit?

Author: Thomas Nasswetter

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