Serie Geldfresser im Unternehmen – Heizen Teil II: Der Heizungstausch

© Visual: www.corporate-interaction.com

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Die Jungunternehmerin Theresa Steininger hat es in ihrem Portrait auf den Punkt gebracht: Was da an Styropor-Wahnsinn passiert ist wirklich nicht schön! Gemeint ist die Gebäudedämmung mit Styropor. Damit sind wir mitten in einer vielschichtigen Diskussion, zu der dieser Artikel keinen Beitrag leisten soll. Das „Einpacken“ von Gebäuden ist nur eine von mehreren Möglichkeiten die Heizkosten zu senken.

Zu hohe Heizkosten lassen sich auch mit der entsprechenden Sorgfalt bei Heizungsanlagen vermeiden. Auf dem Gebiet der Heizkessel und der Heizungssteuerung hat es große Fortschritte gegeben. Ein Austausch oder die Erweiterung der Heizung kann ebenfalls zu deutlichen Kostensenkungen führen. Der große Vorteil ist, dass die Gesamtinvestition verglichen mit einer Gebäudesanierung deutlich geringer ist. Welche Möglichkeiten gibt es daher?

Erneuerung des Heizkessels oder der Kesselanlage

Jedes Jahr werden viele Tausende Heizkessel auch in Unternehmen getauscht. Das ist sinnvoll wenn der Heizkessel schon viele Jahre auf dem Buckel hat und nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Bei Öl- und Gaskesseln heißt das Zauberwort – Brennwerttechnik. Damit lassen sich gegenüber dem alten konventionellen Kessel zwischen 20% und 40% des Brennstoffverbrauches einsparen. Zu Beachten ist den Kessel entsprechend den Anforderungen passend zu dimensionieren.

Dabei spielt der Installateur ein wichtige Rolle. Gemeinsam mit seinem Kunden muss er die entsprechenden Anforderungen penibel erheben und den geeigneten Heizkessel aufstellen. Achtung: Wird im Betrieb viel Warmwasser oder Wärme oft sehr kurzfristig benötigt, dann entstehen dadurch entsprechende Anforderung an die Wärmeerzeuger. Da ist es auf jeden Fall ratsam erfahrene PlanerInnen zu Rate zu ziehen.

Wechsel auf einen anderen Energieträger

Der Wechsel des Energieträgers kann ebenfalls zu einer starken Kosteneinsparung beitragen.  Der Klassiker ist der Wechsel von Öl auf Gas. Der Gaspreis entkoppelte sich in den letzten Jahre vom Ölpreis und steigt tendenziell langsamer als der Ölpreis. In beiden Fällen bleibt aber eine große Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten. Es gibt jedoch Alternativen …

Pellets, die österreichische Alternative!

In Österreich ist das Heizen mit Pellets bereits weit verbreitet. Es gibt zahlreiche Anbieter am Markt, die im Bereich größerer Feuerungsleistungen sehr gute Produkte am Markt anbieten. Pellets haben in etwa die halbe Energiedichte wie Heizöl, das heißt 2kg Pellets entsprechen dem Brennwert von einem Liter Öl. Das muss berücksichtigt werden, wenn der Öltank durch ein Pelletslager ersetzt wird. Das kann aber auch einfach heißen, der Pelletstankwagen kommt etwas häufiger zum Nachfüllen. Pellets sind im Handling recht einfach. Der Unterschied zu Öl und Gas ist, dass Asche in geringem Ausmaß anfällt und der Kessel zumindest einmal in der Saison gereinigt werden muss. Hier kann ein Wartungsvertrag aber den nötigen Komfort erzeugen. Die großen Vorteil von Pellets:  Es handelt sich meist um ein österreichisches Produkt. Großteils aus Sägerestholz hergestellt kann es CO2 neutral verbrannt werden. Der Preis von Pellets in Euro/erzeugter MWh bewegt sich seit Jahren deutlich unterhalb von Öl und Gas. Das minimiert vor allem bei hohem Energieverbrauch die Kosten.

Hackschnitzel, die günstige lokale Alternative

Die Alternative zu Pellets ist ebenfalls ein Holzbrennstoff – Hackschnitzel. Ein auf den ersten Blick günstiger Brennstoff, wenn auch nicht ganz so komfortable einsetzbar wie die bereits beschriebenen Pellets.  Es gibt Normen für Hackschnitzel, in der die Größenanteile und der Wassergehalt festgelegt sind.  Wichtig zu wissen ist dabei, dass nicht jede Hackschnitzelheizung mit jeder Art von Hackschnitzeln umgehen kann.

Der Brennwert von Hackschnitzelen liegt deutlich niedriger als bei Pellets, da Hackschnitzel wesentlich mehr Raum einnehmen. Das Verhältnis zu Öl ist über den Daumen gerechnet 1:7. Damit ist das Thema Brennstofflogistik klar mit einzuplanen!

Hackschnitzel sind aus unserer Sicht eine gute Alternative, wenn es ein entsprechendes lokales Angebot gibt, viel Wärme benötigt wird und die Heizung abgeschirmt von restlichen Gebäuden steht. Hackschnitzelheizungen können, bedingt durch die robusten Fördereinrichtung vom Lager zum Kessel, zu einer Geräuschquelle werden. Das sollte vor allem im Tourismusbereich bedacht werden.

Die Sonne als Energiequelle

Eine weitere Möglichkeit Heizkosten zu sparen, besteht darin, die Sonne als direkte Energiequelle über eine solarthermische Anlage anzuzapfen. Die Sonne scheint gratis und die Betriebskosten von thermischen Solaranlagen sind meist nicht höher als 1 bis maximal 2% der Investitionssumme pro Jahr.

Es kann mittlerweile zwischen klassischen Solaranlagen und Hocheffizienzsolaranlagen unterschieden werden. Je effizienter die Anlage, desto besser kann sie in den Übergangszeiten und im Winter noch Wärme für die Heizung erzeugen. Für die Effizienz der Kollektoren, dem eigentlichen Wärmeerzeuger gibt es eine europäische Datenbank, die Solarkeymark Database, in der Online jeder zertifizierte Kollektor mit seinem Leistungsvermögen verzeichnet ist.

Je höher der Anteil an solarer Wärme in der Heizung, desto  höhere die Einsparung. Wichtig ist es auf jeden Fall auf eine Anzeige der erzeugten Wärmemenge, am besten durch einen Wärmemengenzähler zu bestehen. Nur damit ist eine entsprechende Kontrolle der erzeugten Wärmemenge durch die Solaranlage möglich.

Die Wärmepumpe im Unternehmensbereich

Bildschirmfoto 2014-10-07 um 22.06.15In Österreich sind Wärmepumpen im Einfamilienhausbereich sehr beliebt. 2013 wurden mehr als 14.000 Heizungswärmepumpen verkauft. Auffallend dabei ist, dass vor allem im Bereich über 50kW Heizleistung eine deutliche Steigerung von mehr als 60% gegenüber 2012 zu verzeichnen ist. Auch im Bereich der Industriewärmepumpen hat der Absatz um 26% zugenommen. Von einem Boom kann aber noch nicht gesprochen werden. Wir sprechen hier über eine Stückzahl von insgesamt 230 Wärmepumpen.

Wärmepumpen haben sich im Einfamilienhaus-Bereich etabliert.  Im Bereich größerer Leistungen ist der Marktanteil im Vergleich zu anderen Wärmeträgern sehr gering.  Woran das liegt lässt sich nur schwer beurteilen, da die jährlichen Untersuchungen des BMVIT keine entsprechenden Hinweise liefern. Der starke Zuwachs in den oberen Leistungsbereichen zeigt aber, dass Wärmepumpen auch im Heizungsbereich bei Unternehmen zunehmend eine Alternative darstellen können.

Smart Home für Unternehmen

Smart Home ist in der letzten Zeit zu einem beliebten Stichwort für intelligentes Wohnen geworden. Smart Home kann auch als Hausautomation bezeichnet werden. Seit über drei Jahrzehnten wird dazu geforscht und es kommen mehr und mehr Lösungen auf den Markt.

Natürlich geht es nicht ohne Heizung in unseren Breiten und deshalb gehört zum Smart Home auch die Heizungssteuerung. Manche Systeme davon lassen sich nur mit einem deutlichen Aufwand einbauen, andere sind deutlich leichter nachzurüsten.

Eine optimale Heizungssteuerung trägt ebenfalls dazu bei Heizkosten zu sparen. Denn die berühmten überheizten Räume in der Übergangszeit sind nicht nur unangenehm, sondern verbrauchen auch viel unnötige Energie.

Ob nun Lösungen für Smart Home auch im Unternehmen sinnvoll einzusetzen sind, dazu werden wir uns in einer weiteren Folge unserer Serie Geldfresser im Unternehmen auseinandersetzen.

Ein smarter Überblick!

Dieser Artikel will einen ersten Überblick zum Thema Heizungstausch bzw. Heizungsanlagenerweiterung geben. Für eine detaillierte Auskunft verweisen wir von unternehmerweb.at an entsprechende Planungsbüros und Installationsbetriebe. Mittlerweile stehen auch viele Energieversorgung als Ansprechpartner für den Heizungstausch im Unternehmen zur Verfügung.

Wichtig dabei ist es AnbieterInnen zu finden, die nicht nur vertrauenswürdig sind, sondern auch ähnliche Vorstellungen wie der jeweilige Kunde haben. Denn eines ist klar: Ein so komplexes Thema beinhaltet immer mehrere Möglichkeiten und somit mehrere gute Lösungen.

 

Weitere Artikel aus der Serie Geldfresser im Unternehmen:

Geldfresser im Unternehmen – Heizen Teil I: Eine kleine volkswirtschaftliche Betrachtung »

 

Quellen:
http://www.propellets.at

http://de.wikipedia.org/wiki/Hackschnitzel

http://solarkey.dk/solarkeymarkdata/qCollectorCertificates/ShowQCollectorCertificatesTable.aspx

http://www.nachhaltigwirtschaften.at/results.html/id7668

Author: Thomas Nasswetter

Thomas Nasswetter ist ein Unternehmer im eigentlichen Sinne des Wortes. Er hat bisher vier Unternehmen gegründet bzw. mitgegründet. Er wollte schon als Kind vieles unternehmen – dabei ist es bis heute geblieben. Er ist Gründer, Kreativer Kopf und Stratege von Corporate Interaction, einem Unternehmen, dass sich der erfolgreichen Interaktion von Unternehmen verschrieben hat. Spezialist für Online Kommunikation mit den Schwerpunkten Content Marketing, Brand Community Building und Creating New Mass Media. Thomas Nasswetter, Jahrgang 1965, stammt aus Lustenau in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Wien.

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