Kommentar: Spannungsfeld Nachhaltigkeit und KMU Mobilität?

Mobilität ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Doch ist das nachhaltig gedacht? © 3D Rednering: www.corporate-interaction.com

Mobilität ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Doch ist das nachhaltig gedacht?
© 3D Rednering: www.corporate-interaction.com

Die Automarke Ford wirbt auf unternehmerweb.at für seinen neuen Mondeo Hybrid. Ein Hybridmodell das deshalb auffällt, weil es keinen Preisunterscheid zum vergleichbaren Dieselmodell gibt. Diese Tatsache ist mir, der sich ab und an für Automobile interessiert, sofort ins Auge gesprungen.

Waren die Hybrid Modelle nicht bisher teurer? Musste man nicht den Gutmenschen herauskehren, damit man sich so ein Fahrzeug überhaupt zulegen kann? Offenbar entwickelt sich der Markt weiter, so mein erster Gedanke. Und – schön, wenn der Preis nicht mehr das Kriterium sein muss.

Frage nach dem nachhaltigen Mobilitätskonzept

Nachhaltigkeit ist bei unternehmerweb.at ein Thema, das immer wieder auftaucht. Die Frage nach dem Mobilitätskonzept und der Nachhaltigkeit brachte sicherlich einige der sich vorstellenden UnternehmerInnen zunächst in Verlegenheit und vielleicht zum Nachdenken. Das war auch der Grund, warum wir diese Frage jedem und jeder stellen, denn letztlich waren wir in der Redaktion gespannt, wie KMU in Österreich mit der Themenstellung umgehen.

Die Praxis hat bisher gezeigt, dass es immer die Kombination von verschiedenen Verkehrsmitteln ist, die eine Balance von notwendiger Mobilität und entsprechender Nachhaltigkeit erlauben. Das Bewusstsein, dass Mobilität auch ein Umweltproblem darstellt, ist eigentlich immer vorhanden. Schließlich basiert ein Großteil des Verkehrs auf nicht erneuerbaren Energieträgern.

Ökologisch sinnvoll ist nicht immer unternehmerisch sinnvoll

Es hat sich auch gezeigt, dass intelligente Mobilitätskonzepte nicht unbedingt nachhaltig sind, zumindest nicht in Bezug auf das Steuerrecht. Das Beispiel Werner Nowacek zeigt uns, dass es für die Finanzverwaltung schon ein gewisses Problem darstellt, wenn sehr viele unterschiedliche Verkehrsmittel in dichter Folge von einem EPU benutzt werden. Fährt man an einem Tag mit so unterschiedlichen Verkehrsmitteln wie dem Auto, dem Fahrrad und dem Zug, um Hausbesuche zu machen, ist das zwar nachhaltig aber steuertechnisch nicht sehr geschickt. Das weiß der Logopäde aus eigener Erfahrung zu berichten.

Alternativen zum Auto

Das Auto ist und bleibt für sehr viele Unternehmer das wichtigste Verkehrsmittel, denn es erlaubt die Flexibilität und Schnelligkeit, die heute von vielen Kunden erwartet wird. Die Bahn hat schon lange das Nachsehen, wenn es im Stückgutbereich schnell gehen muss und hat deshalb ihr eigenes LKW Transportunternehmen. Und die boomenden Fernbusverbindungen zeigen ein ähnliches Bild. Der Transport auf der Straße ist kostengünstig. Und wenn ich als KMU außerhalb der Ballungsräume tätig bin, dann wird es ganz schwierig ohne ein eigenes Fahrzeug.

Tritt man einen Schritt zurück und versucht die Gesamtkosten zu fassen, dann wird es kompliziert, schwer verständlich und teilweise absurd. Die vielgeforderte Kostenwahrheit ist eigentlich nicht zu schaffen, zu komplex ist das System Verkehr geworden.

Individuell kombinieren

Und das bringt mich auf die Frage zurück, wie nachhaltig kann ein KMU seine Mobilität gestalten? Es kann darauf keine generelle und verbindliche Antwort geben. Letztlich kann nur jeder Unternehmer und jede Unternehmerin für sich entscheiden, wie ökologisch sinnvoll sich das Mobilitätsmodell im eigenen Unternehmen gestalten lässt. Dann kann es durchaus sinnvoll sein, sich den eingangs erwähnten Ford Mondeo Hybird für viele kurze Kundenbesuche in der Stadt anzuschaffen und dabei mit dem unglaublich niedrigen Verbrauch an fossiler Energie zu glänzen. Für den Unternehmensberater, der seine 30.000 Kilometer pro Jahr zu seinen Kunden fährt, ist wahrscheinlich die Dieselvariante die bessere Wahl. Ein EPU wird seine persönlichen Verhältnisse mitberücksichtigen müssen und sich mitunter nicht beides, also ein Firmenauto und ein privates Fahrzeug nicht leisten können.

In allen Fällen kann es aber sinnvoll sein, sich über Kombinationen von verschiedenen Verkehrsmitteln Gedanken zu machen, denn letztlich ist es die Optimierung, die Kosten minimiert und Zeit spart.

Ich zu meinem Teil habe die letzten zwei Jahre gelernt, dass Videokonferenzen (Skype, Facetime, Hangout) 3-5 Flüge pro Jahr ersetzen. In Wien lassen sich außerdem etwa 20 Kundentermine pro Jahr mit dem Fahrrad erledigen. In meinem Business wohlgemerkt. 😉

 

Quellen:

Ford Mondeo Hybrid – Nachhaltige Mobilität ohne Aufpreis & das „Familienunternehmen“ Ford Galaxy »

Werner Nowacek, Logopäde: …ich bin ein Freund von sinnvollen, vielseitigen und ökologisch vertretbaren Mobilitätskonzepten. »

Author: Thomas Nasswetter

Thomas Nasswetter ist ein Unternehmer im eigentlichen Sinne des Wortes. Er hat bisher vier Unternehmen gegründet bzw. mitgegründet. Er wollte schon als Kind vieles unternehmen – dabei ist es bis heute geblieben. Er ist Gründer, Kreativer Kopf und Stratege von Corporate Interaction, einem Unternehmen, dass sich der erfolgreichen Interaktion von Unternehmen verschrieben hat. Spezialist für Online Kommunikation mit den Schwerpunkten Content Marketing, Brand Community Building und Creating New Mass Media. Thomas Nasswetter, Jahrgang 1965, stammt aus Lustenau in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Wien.

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