Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

© 3D-Rendering: www.corporate-interaction.com

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Dass es in unserem bestehenden Wirtschaftssystem arge Schieflagen und Unverhältnismäßigkeiten gibt, ist unübersehbar. Die Frage ist: Wie kann man nachhaltige Veränderungen herbeiführen, zurück zu mehr Verteilungsgerechtigkeit – auf allen Ebenen – sowie zu einer Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Das „krankmachende“ – im wahrsten Sinne des Wortes – unseres vorherrschenden Systems, ist die reine Orientierung an monetärem Gewinn und der Gewinnmaximierung. Damit verbunden ist der Zwang, in jedem Fall und permanent wachsen zu müssen.

Gemeinwohlökonomie – ein alternatives, nachhaltiges Wirtschaftssystem

Die Gemeinwohlökonomie ist nun ein erster, alternativer Ansatz, der zeigt, dass es auch anders geht. Das Wesen der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) ist es, ein Unternehmen nicht nur mit dem Fokus Gewinnmaximierung zu führen und den Unternehmenserfolg rein monetär zu messen, sondern auch die Art und Weise zu betrachten, wie die Gewinne erwirtschaftet und wie sie verwendet werden. Wobei, gleich vorweg, Gewinne zu erzielen ist natürlich das oberste Ziel eines Unternehmens! Gewinn ist die Basis der Weiterentwicklung und notwendig. Aber, er soll/darf nicht auf Kosten anderer erwirtschaftet werden – bspw. auf Kosten der MitarbeiterInnen, die nicht adäquat entlohnt werden, oder auf Kosten der Umwelt, die verschmutzt/zerstört wird, etc.

Wann alles begann…

Der Start der Bewegung war 2010, als einige GWÖ-Pionier-UnternehmerInnen – nach der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 – begonnen haben ein alternatives Wirtschaftsmodell zu entwickeln. Zunächst haben sie eine Wertebasis gesucht, die einen Unternehmer/eine Unternehmerin beim Führen eines Unternehmens leiten soll. Dabei erhoben sie in mehreren Befragungsrunden jene Werte, die uns Menschen wichtig sind, um uns als glücklich und zufrieden mit dem, was wir leisten und tun, zu bezeichnen. Das waren am Ende fünf Begriffe: Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung mit der dazu erforderlichen Transparenz.
Dh., alle unternehmerischen Entscheidungen und Maßnahmen, sollten dieser Wertebasis entsprechend erfolgen, um gemeinwohlorientiert zu wirtschaften.

Status der Bewegung

Dzt. unterstützen bereits an die 2.000 UnternehmerInnen, über 6.500 Privatpersonen, einige Vereine, Gemeinden und Politiker die Gemeinwohlökonomie. Die Bewegung, deren Ursprung und Zentrale in Wien liegt, ist weltweit bereits in über 40 Ländern aktiv. In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedlich große, unregelmäßig verteilte Regionalgruppen, die für die lokalen Unternehmen, Gemeinden, InteressentInnen Ansprechstelle sind und Beratungs- sowie Informationsangebote leisten.

… im nächsten Artikel beschreiben wir, wie die dem Wirtschaftsmodell zu Grunde liegende Gemeinwohlmatrix aufgebaut ist und wie man seine eigene Gemeinwohlbilanz erstellen kann.

 

Weitere Artikel zum Thema:

Gemeinwohlkökonomie Teil 8 – MitarbeiterInnen und UnternehmerInnen – Gelebte Beispiele

Gemeinwohlökonomie Teil 7 – MitarbeiterInnen und UnternehmerInnen – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 6 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 5 – ethisches Finanzmanagement – Hintergründe, Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 4: ethisches Beschaffungsmanagement – Gelebte Beispiele

Gemeinwohlökonomie Teil 3: ethisches Beschaffungsmanagement – Hintergründe und Ziele

Gemeinwohlökonomie Teil 2: Mit der Gemeinwohlmatrix zur Gemeinwohlbilanz

Gemeinwohlökonomie Teil 1: Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell der Zukunft“

Flüchtlinge – Lehrlinge – Unternehmen: Bettina Wiesinger im Interview

 

Hinweis zu den Workshops „Erstellung meiner ersten Gemeinwohlbilanz“ in Salzburg

für Unternehmen mit MitarbeiterInenn: am 24.3.2016
für EPU – EinPersonenUnternehmen“: am 26.4.2016

Nähere Infos und die Detailfolder sind auf unserer Website downloadbar:
http://salzburg.gwoe.net/gemeinwohlbilanz/

Author: Sabine Lehner

Im März 1968 in Salzburg geboren, ist Gründerin und Geschäftsführerin der MARKENwerkstatt Salzburg. Seit 1996 ist sie im deutschsprachigen In- und Ausland als selbstständige Unternehmerin beratend, konzipierend und gestaltend tätig. Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen in der Entwicklung von Marken für Unternehmen und Netzwerke sowie der Ausarbeitung von darauf aufbauenden Marketingkonzepten.

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