Geldfresser im Unternehmen: Stromkosten – So rechnet sich die Solarstromerzeugung für Unternehmen

Strom erzeugen direkt aus dem Sonnenlicht. Was als Energieversorgungseinrichtung für Weltraumsatelliten in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann, deckt heute bereits 3% des europäischen Strombedarfs, in Spitzenzeiten im Sommer sogar 6%. Die Photovoltaik ist erwachsen geworden, kein Zweifel. Was bedeutet das nun für ein Unternehmen?

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© Visual: www.corporate-interaction.com

In einem Unternehmen geht es in erster Linie um den Preis, der für Energie fällig wird. Je niedriger dieser Preis pro verbrachter kWh ist, desto besser ist es für das Unternehmen.

Die Photovoltaik ist nicht nur erwachsen geworden. Der Grund für die zunehmende Verbreitung sind die geringeren Kosten für selbsterzeugten Strom und mittlerweile auf einem Niveau, um mit anderen Stromerzeugern mithalten zu können.

Eine Frage der Förderungen – nicht mehr unbedingt

„Solaranlagen werden seit langem gefördert, sonst rechnen sie sich nicht. Wir zahlen alle den Preis dieser Förderungen in Form der derzeit hohen Energiepreise.“

Das sind die beiden klassischen Stehsätze, die den Zustand der erneuerbaren Energie insgesamt beschreiben.

Mit einer differenzierten Betrachtung halten die beiden Argumente aus verschiedenen Gründen jedoch nicht mehr. Die Strompreise für die (deutsche) Industrie sind heute deutlich niedriger als noch vor 10 Jahren (siehe RADIO-UWEB Interview mit dem Energieexperten Georg Guensberg). Die Rentabilität ohne Förderung ist ganz gut, vor allem für Unternehmen, die derzeit keine wirklichen Großabnehmer sind und nicht von den niedrigen Energiepreisen in der Industrie profitieren. Das sind unseres Wissen vor allem KMU!

Es geht es auch ohne Förderung – manchmal!

Als Faustregel gilt folgendes:

Eine Photovoltaikanlage rechnet sich ohne Förderung, wenn folgende Rahmenbedingungen gegeben sind:

  • Der durch die Sonne erzeugte Strom kann großteils im eigenen Betrieb verbraucht werden.
  • Ein derzeitiger Nettostrompreis (= Strompreis + Netzgebühren) von mehr als 12 Cent/kWh.
  • Der Strom von jährlich mehr als 15.000 kWh wird hauptsächlich am Tag verbraucht.
  • Eine genügend große Dachfläche mit mindestens 100m2 Fläche, die entsprechend ausgerichtet ist..
  • Ein Umsetzungspartner mit entsprechender Projekterfahrung im Gewerbebereich steht zur Verfügung.

Werden diese Bedingungen erfüllt, lohnt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach über eine Photovoltaik-Solaranlage zur Eigenstromerzeugung nachzudenken. Beachten Sie auf jeden Fall darauf, wie bereits erwähnt, einen entsprechend erfahrenen Umsetzungspartner mit ins Boot zu holen damit die Rechnung auch aufgeht. Der Strompreis wird so dauerhaft bei rund 10 Cent/kWh liegen.

So funktioniert eine Photovoltaikanlage:

  • Fällt Sonnenlicht auf die Solarzelle, entsteht elektrische Spannung zwischen den Schichten und erzeugt einen gerichteten Elektronenstrom.
  • Wird nun ein Verbraucher angeschlossen, dann fließt Gleichstrom.
  • Der wird mit Hilfe eines Wechselrichters in Wechselstrom umgewandelt.

Förderungen gibt es – welche Photovoltaik-Förderungen kommen in Österreich für Unternehmen in Frage?

Im Unternehmensbereich kommen meistens Anlagen jenseits der 5kWp Leistungsgrenze zum Einsatz. Dafür gibt es eine Förderung, nämlich die bundesweite Tarifförderung für Anlagen von 5 kWp bis 350 kWp, laut gültigem Ökostromgesetz. Dafür steht jährlich ein Budget von 8 Mio. Euro zur Verfügung. Für 2014 ist die Förderung bereits ausgeschöpft.

Für die ersten 5 kWp gibt es jedoch auch für Unternehmen eine Investitionsförderung von 275,-/kWp. Hat man das Glück Wiener Unternehmer und schnellentschlossen zu sein, kann man auch in den Genuss der außergewöhnlich hohen Investitionsförderung der Stadt Wien kommen, die auch für größere Anlagen bis zu 400 ,-/kWp bezahlt. Diese wird aus verschiedensten Gründen jedoch nie ausgeschöpft.

Ein Ausblick auf 2015 zeigt, dass die Fördermöglichkeiten beim Ökostromgesetz für Unternehmen deutlich eingeschränkt wurden.

Diese neue Einschränkung, eine immense Nachfrage und die Deckelung kann auch so interpretiert werden, dass die Technologie in einigen Bereichen keine Förderungen mehr nötig hat.

Vorteile einer Photovoltaikanlage:

  • Die Sonne ist eine unerschöpfliche Energiequelle.
  • Sie schonen knappe Ressourcen wie z.B. fossile Brennstoffe.
  • Sie leisten einen aktiven Beitrag zu CO2-Einsparung und zum Klimaschutz.
  • Sie haben niedrigere Energiekosten durch Ihre Eigenproduktion.

Aspekte der Nachhaltigkeit bei PV-Anlagen für Unternehmen

Rentabilität und Förderungen sind das eine und der ROI ist sicherlich ein Grundsatz der in jedem Unternehmen beachtet werden muss. Aber die Frage nach dem ROI kann sowohl langfristig und auch auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden. Die Lebensdauer der Anlage liegt bei mehr als 20 Jahren. Dieser Betrachtungszeitraum ist für ein börsenotiertes Unternehmen quasi ein NO-GO, für einen Familienbetrieb, der längerfristig denken will, kann das eine interessante Option sein. Wie sich die Energiepreise in den nächsten 10 Jahren entwickeln werden, das liegt im Reich der Spekulation. Starke Steigerungen, wie in den letzten 10 Jahren können die Amortisationszeit deutlich verringern.

In Zeiten volatiler Energiepreise und unberechenbarer geopolitischer Einflüsse auf die Versorgung mit fossilen Energieträgern, kann ROI auch aus dem Blickwinkel der teilweise gesicherten eigenen Versorgung gedacht werden. Wir wollen jedoch nicht mit dem Schlimmsten rechnen, denn angesagte Katastrophen finden selten statt.

Da es für Kunden immer wichtiger wird, dass Produkte auch nachhaltig produziert werden, kann der ROI auch in der verbesserten Position am Markt liegen. Viele Verbraucher haben erkannt, dass unser Ressourcenverbrauch viel zu hoch ist und ergreifen daher die Gelegenheit zu Produkten zu greifen, die nachhaltig erzeugt wurden. Eine PV-Anlage für die Eigenstromerzeugung kann daher als Marketinginstrument fungieren.

Weitere Artikel aus der Serie Geldfresser im Unternehmen:

Serie Geldfresser im Unternehmen – Heizen Teil II: Der Heizungstausch »

Geldfresser im Unternehmen – Heizen I: Eine kleine volkswirtschaftliche Betrachtung  »

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik

http://tausendundeindach.at

https://www.evn.at/Privatkunden/Energie-optimieren/Sonnenkraftwerk-(1)/Funktionsweise.aspx

https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/energieplanung/foerderungen/oekostromfoerderung.html

http://www.pvaustria.at/meine-pv-anlage/forderungen/osterreich/

https://www.evn.at/Privatkunden/Energie-optimieren/Sonnenkraftwerk-(1)/Sonnenkraftwerk.aspx

http://www.umweltfoerderung.at/kpc/de/home/umweltfrderung/fr_private/energieversorgung/photovoltaik_2014/

 

 

 

 

Author: Thomas Nasswetter

Thomas Nasswetter ist ein Unternehmer im eigentlichen Sinne des Wortes. Er hat bisher vier Unternehmen gegründet bzw. mitgegründet. Er wollte schon als Kind vieles unternehmen – dabei ist es bis heute geblieben. Er ist Gründer, Kreativer Kopf und Stratege von Corporate Interaction, einem Unternehmen, dass sich der erfolgreichen Interaktion von Unternehmen verschrieben hat. Spezialist für Online Kommunikation mit den Schwerpunkten Content Marketing, Brand Community Building und Creating New Mass Media. Thomas Nasswetter, Jahrgang 1965, stammt aus Lustenau in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Wien.

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