Florian Kowatz, Creative Director: … ich schaue hinter die Bühne

© Bild: Florian Kowatz

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KR8 bureau
Brand Identity | Design | Advertising
Rüdigergasse 19/3 · 1050 Wien

Telefonnr.: +43 (0) 199 21454

Email: fk@kr8bureau.at

Internet: www.kr8bureau.at

Warum wurden Sie Unternehmer?

Als Angestellter im Kreativbereich befindet man sich oft in einer präkeren Arbeitssituation. Diese Arbeitsstellen sind meist wirklich ausbeuterisch angelegt. Man wird nicht als volles Mitglied, als Vollzeitmitarbeiter gesehen. Stattdessen leistet man oft sehr viel mehr als tatsächlich bezahlt wird, ohne dass dies in irgendeiner anderen Form honoriert wird. Die Person, die man ist, wird nicht wahrgenommen. Werbeagenturen sind sehr stark hierarchisiert. Daher gibt es meist auch kein gutes Teammanagement. Die Einstellung ist, dass die Mitarbeiter eh froh sein können, wenn sie in der Agentur arbeiten dürfen. Ich habe dort wirklich unzählige unbezahlte Überstunden geleistet. Irgendwann stand ich kurz vor dem Burnout. Um Schlimmeres zu verhindern entschied ich mich zu kündigen und mich im Kreativbereich selbständig zu machen.

Beschreiben Sie bitte das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens.

KR8 bureau ist eine Kreativagentur, die sich mit der Corporate Identity und Branding beschäftigt. Das bedeutet für mich, dass jedes Unternehmen individuell zu erforschen ist. Je nach Kunden und Sinnhaftigkeit entwickle ich sowohl online als auch offline Strategien und Kommunikationsmaßnahmen, die meine Kunden zu ihren Unternehmenszielen bringen. Auch Dinge, die es noch gar nicht gibt sind möglich. Ich möchte für meine Kunden erforschen, wo der Schuh drückt, wie sie sind, woher sie kommen und was sie brauchen. Ich möchte sie gut für die Zukunft vorbereiten und eine flächendeckender Customer Experience für deren Kunden schaffen. Ich betrachte das daher aus einer holistische Perspektive. Daher kommt auch mein soziologischer Ansatz, der meine Strategie beeinflusst. Heutzutage gestalten Menschen und damit meine Klienten und deren Kunden ihre Lebenswelten ganz stark selber. Sie haben einen sehr individuellen Ansatz. Ich schaue mir ihre Lebenswelten genau an, beobachte vorhandene Milieus und analysiere die Märkte. Aufgrund der Globalisierung und den neuen Medien muss man viel flexibler und schneller sein als noch vor einigen Jahren. Heute können Ausgangssituationen so sein und nächsten Monat schon ganz anderes. Wir sind viel mobiler und anders mobil geworden. Durch Dinge, die irgendwo geschehen, wird die Unternehmenswahrnehmung viel mehr als zuvor beeinflusst. Man muss somit rascher reagieren können und sich ständig auf neue gesellschaftliche Dynamiken einstellen, gerade in der Markenstrategie muss man künftigen Veränderungsprozessen Raum für Innovation geben. Diese Identität für Kunden herauszuarbeiten, das passende Design dazu zu liefern und einen Fahrplan für die Kommunikation zu erstellen, so, dass Unternehmen eine starke Customer Experience bei Ihren Zielgruppen erreichen, das ist mein Geschäftsmodell.

© Bild: Florian Kowatz

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Beschreiben Sie bitte die Eckdaten Ihres Unternehmens (Anzahl MitarbeiterInnen, Standorte, Jahresumsatz, Jahr der Unternehmensgründung, Rechtsform etc.)

KR8 bureau besteht seit 2007. Ich arbeite mit freien MitarbeiterInnen. EPU mit Standort Wien.

Wer sind Ihre MitbewerberInnen? Was machen Sie anders als Ihre MitbewerberInnen?

Im Prinzip sind meine Mitbewerber und –bewerberinnen alle Kreativagenturen und Werbeagenturen. Viele Agenturen bieten jedoch standardisierte Produkte an. Aus rechnerischen Gründen wird von der Stange produziert und somit oft nicht wirklich auf Kundenbedürfnisse eingegangen. Zudem arbeiten Werbeagenturen meist linear; Zuerst kommt das Logo, dann die Visitenkarten und dann der Flyer und so weiter. So verwäscht sich die eigentliche Stratagie mit der Zeit. Es wird nicht in die Identität der Kunden gearbeitet. Ich arbeite ein individuell für meine Klienten entwickeltem Identitätsmodell aus und kreiere darauf aufbauend die einzelnen Design oder Strategiemaßnahmen für den Kunden.
Wenn der Kunde zu mir kommt und etwas möchte, von dem ich glaube, dass er das gar nicht braucht, dann sage ich ihm das auch. Ich möchte am Ende eines jeden Jobs eine Win-Win Situation geschaffen haben. Der Kunde und ich sollen an dem fertigen Produkt Freude haben, dahinter stehen können und davon profitieren.

Wie schätzen Sie allgemein die Lage Ihrer Branche ein?

© Bild: Florian Kowatz

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Ich schätze, dass die Werbeagenturen weiterhin viel zu tun haben werden. Es lässt sich gut beobachten, dass sich auf diesem Gebiet drei Gruppen tummeln – die Gruppe der Halbprofessionellen, der starken Einzelunternehmer und Kleinagenturen und die der ganz großen Werbeagenturen. Die Branche wird sich langsam verändern müssen um sich den Gegebenheit anpassen zu können. Wir stehen derzeit in einem größeren Umbruch – sowohl auf menschlicher als auch auf politischer Ebene. Und Kreativagenturen müssen sich diesem rascheren sozialen Wandel anpassen, um den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden.

Betreiben Sie noch andere Unternehmen?

Nein

Würden Sie (nochmals) gründen was würden Sie anders machen?

Ich würde alles genau so machen, wie ich es getan habe.

Nutzen Sie die neuen Medien (Facebook, Twitter, Xing, Instagram etc.)? Wenn ja, wie genau?

Suche ich auf einer Sozialen Medienplattform nach bestimmten Hashtags, sehe ich gleich was sich international überhaupt tut. Ich bekomme außerdem schneller mit, wie ich selber im internationalen Vergleich mit meinen Arbeiten dastehe und wie qualitativ mein Setting ist. Das bedeutet für mich eine ständige Reflexion.
Man kann sich auf diese Art sehr gut präsentieren und selber Einfluss nehmen. Das Gute ist, dass sich diese Plattformen auch gegenseitig unterstützen. Das erzeugt wichtige Synergien.

Welche Rollen spielen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie in Ihrem Businessmodell?

Mein Büro funktioniert zu 95% papierlos. Die ganze Buchhaltung, Korrespondenz, Präsentationen ist bei mir ausschließlich digital.

Gibt es noch etwas das Sie über sich und Ihr Unternehmen berichten möchten?

Generell kann ich sagen, dass mein Tun aus meiner Leidenschaft zu gutem Design passiert. Ich schaue hinter die Bühne, um zu erkennen, was da ab geht. Für mich ist die Qualität im Design ein ganz großes Thema.
Ich studierte zwischen 1999 und 2001 klassisches Grafikdesign in München. Dort durften wir erst im 4. Semester mit Computer arbeiten. Wenn man sich Design zunächst manuell erarbeiten muss, bekommt man ein Gespür für Proportionen und  Kompositionen. Wir zeichneten unter Anderem verschiedene Typografien mit Tusche auf Karton. Dabei wird klar, was Design bedeutet. Die Schrift Helvetica, die Mutter aller Schriften ist geprägt durch ihre Exaktheit. Diese perfekten Proportionen gehen zurück auf das traditioneller Schweizer Designverständnis.

Welches Mobilitätskonzept haben Sie und Ihre MitarbeiterInnen?

Ich gehe gerne zu Fuß und fahre mit dem Fahrrad. Ich besitze also bewusst kein Auto.

Beschreiben Sie sich als Person bitte mit sieben Eigenschaftswörtern:

Konventionell unkonventionell
humorvoll
ausgeflippt
sehr sozial
ungeduldig
sehr strukturiert
verspielt

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Author: Maria Nasswetter

Maria Nasswetter ist Soziologin und auf soziale Interaktion, Communities, Bildkommunikation und -strategien spezialisiert. Communities und soziale Interaktion sind Schwerpunktthemen, mit denen sie sich theoretisch und praktisch beschäftigt. Daher ist auch das Unternehmerweb, verstanden als Synergie zwischen On- und Offlineaktivität, ein Ort an dem sie ihre Expertisen einbringt. www.corporate-interaction.com

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