| |
» Fachbeiträge
|
| |
|
Fachbeiträge:
Corporate Identity und
Corporate Design
Ein Logo - na logisch Teil 1: Form und Farbe
Von Astrid Focke
Zu einem professionellen Firmenauftritt gehört, besonders in einer Zeit der ständig wachsenden Zahl von Einzelunterunternehmen, ein individueller Außenauftritt. Das Herzstück Ihres Unternehmens ist das Logo, sein Kleid das Corporate Design.
Wer braucht ein Logo? Was ist überhaupt ein gutes Logo?
Es wird oft unterschätzt und manchmal in der Prioritätenliste hintenan gestellt, aber irgendwann ist der richtige Zeitpunkt gekommen: Sie wollen Ihren bestehenden Kunden und Ihren potenziellen Kunden zeigen, was Sie tun und wer Sie sind. Das vermitteln Sie auch mit einem typischen und gleichzeitig individuellen Logo. Um dieses Logo rankt sich Ihr Corporate Design. Je stimmiger und ausgewogener sich ein Corporate Design präsentiert und je konsequenter Sie es einsetzen, desto erfolgreicher kann sich Ihre Geschäftsidee durchsetzen.
Wer braucht ein Logo?
Wenn Sie die Botschaft Ihres Unternehmens in die Öffentlichkeit tragen wollen, braucht es eine gut funktionierende Kommunikationsstrategie. Die Kommunikation muss den Empfänger erreichen. Je höher die Präsenz am Markt, desto wichtiger ist ein starkes Symbol. Ein Symbol, welches auch über Emotionen arbeitet.
Gleichzeitig kann man es auch umgekehrt betrachten: Wer nicht auffallen will, braucht nicht unbedingt ein auffälliges Logo.
Ein guter Firmenauftritt ist also notwendig für:
- Unternehmen, die sich am Markt etablieren wollen
- Unternehmen, die in einem dichten Wettbewerb stehen
- Firmen und EPUs (Einzelunternehmen), die Marketing- und PR-Aktionen planen
- zur Neukundengewinnung und zur Kundenbindung
Wer sich nicht zu einer dieser Gruppen zählt, kann problemlos auf ein Logo verzichten. Gut gestaltete Drucksorten ohne Logo, nur mit dem Namen, können auch zur Geltung kommen und wirken. Nicht zu empfehlen ist die billigste Version: ich male mir schnell ein Logo selber ...
Der Weg zum richtigen Logo
Ein Logo wirkt in der Einheit. Zu dieser Einheit gehören verschiedene Elemente:
- der Name
- die Form
- die Farbe
- die Schrift und
- die Anmutung.
Das Logo muss etwas auslösen und sich nachhaltig einprägen, sodass sich Ihre KundInnen jederzeit gern an Sie erinnern und Sie wieder anrufen. Und wie heißt es doch so schön: „Der erste Eindruck ist der bleibende.“ Ein gutes Symbol braucht keine Sekunde, um im Betrachter etwas auszulösen.
Diesen bleibenden Eindruck hinterlassen Sie gleich bei der ersten Begegnung auch mit der Übergabe Ihrer Visitenkarte und Ihres Folders. Zu Hause wird die KundIn Ihre Webseite nach weiteren Informationen aufrufen – und auch dort wird sie/er Ihr Logo und Ihr Corporate Design wiederfinden.
Die Ästhetik eines Designs fesselt seine Betrachter – und mit der Ästhetik ist es wie mit dem ersten Eindruck: Entweder sie nimmt uns gefangen, oder wir wenden uns ab.
Es ist nicht die Frage, ob ein Logo „schön“ ist, denn über Geschmack lässt sich streiten. Wichtig ist vielmehr, wie aussagekräftig das Logo auf seinen Betrachter wirkt. Wie wird das Logo wahrgenommen und empfunden? Welche Emotionen, Gedanken und Empfindungen hinterlässt es beim Betrachter? Und nicht zu vergessen: Wie sieht das Logo gedruckt aus und wie wirkt es im Internet?
Es gibt verschiedene Logoformen. Ob Ihr Logo aus einem Zeichen, einem Element, besteht oder nur aus einem Schriftzug, oder ob es beide Teile kombiniert – dafür gibt es keine feste Regel. Je nachdem, was Sie selber für Vorlieben haben und natürlich ganz besonders, WO Sie zukünftig mit Ihrem Logo auftreten wollen, davon hängt die Form des Logos ab.
Form und Zeichen
Bilden Name (über die Namensgebung wird im nächsten Artikel berichtet) und Formelement eine Einheit, kann die Nachhaltigkeit weiter verstärkt werden. Doch eines der obersten Gebote in der Logoentwicklung ist: weniger ist mehr. Diese Einfachheit kann durch verschiedene grafische Tricks unterstützt werden. Dazu zählen z.B.:
- das Brechen von Sehgewohnheiten
- dreidimensionale Darstellungen
- neue Blickwinkel und Perspektiven
- Zusammensetzen von Elementen mit gleichzeitiger Reduktion
Mit dem Einsatz von Symmetrie und Harmonie wird verstärkt auf unser Unterbewusstsein und das ästhetische Empfinden Einfluss genommen. So kann auch der konsequente Einsatz eines ganz banalen Quadrates in Kombination mit Schrift eine ungeheuer nachhaltige Wirkung auf den Empfänger haben.
Setzt sich das Logo aus mehreren Elementen zusammen, so sollte darauf geachtet werden, dass die kleineren Elemente nicht von den großen in den Hintergrund gedrängt werden.
An diesem Punkt sollten in der Logoentwicklung die Richtlinien der Gestaltpsychologie mit beachtet werden. So werden etwa Elemente, die räumlich nah beieinander liegen, als zusammengehörig wahrgenommen. Ist z.B. der Abstand zwischen den Bausteinen des Logos und dem Text zu groß gesetzt, findet das Logo keine innere Ruhe, und der Betrachter nimmt es nicht als „Ganzes“ wahr.

Die Farbwahl oder „die Farbqual“
Die Auswahl der Farbe(n) im Rahmen einer Logogestaltung gehört zu den schwierigsten Entscheidungen im ganzen Prozess. Denn meist kann man sagen: das, was du siehst, ist nicht, was es ist.
Schon allein, wenn Sie von Ihrer GrafikerIn einen Ausdruck erhalten, diesen am eigenen Farbdrucker ausdrucken, vom Grafikstudio einen Farbausdruck zugeschickt bekommen, in der Copyanstalt sich einen weiteren machen lassen, zum Schluss alles am Bildschirm betrachten – jetzt haben Sie schon 5 unterschiedliche Farben gesehen.
Da die Bildschirmfarben nie dieselben sein werden, wie die auf Ihren ausgedruckten Unterlagen, ist das Finden der eigenen Farbe oft ein längerer Prozess.
Hilfreich kann sein, wenn Sie sich schon ganz am Anfang folgende Fragen stellen:
- WAS möchte ich später produzieren? Sind es nur Visitenkarten oder wollen Sie auch Banner für Messen, Autowerbung oder Giveways produzieren?
- Welche STÜCKZAHLEN sind geplant? 250, 5.000 oder 50.000 Stück?
- WO wollen Sie drucken lassen? In einer Druckerei oder in einer Copyanstalt?
- Welches PAPIER kommt langfristig zum Einsatz?
Gut durchdachte Corporate Designs können wachsen. Es ist auch kein Problem, wenn Sie mit steigenden Umsätzen neue Drucksorten hinzufügen. Aber es macht einen großen Unterschied, ob Sie am Anfang in eine Kopieranstalt ums Eck gehen, dann die Folder doch in einer Druckerei produzieren lassen und die nächste Infoaussendung am Tintenstrahldrucker ausdrucken.
Damit werden Sie mit Sicherheit immer unterschiedliche Farben auf Ihren Drucksorten haben – und diesen Umstand werden Ihre KundInnen sicher wahrnehmen.
Farben haben auf verschiedenen Papiersorten eine unterschiedliche Wirkung. So kann die gleiche Farbe auf zwei verschiedenen Papieren komplett anders zur Geltung kommen.
Ein Tipp: versuchen Sie, immer auf dieselbe Papiersorte zurück zu greifen. Auch Farbausdrucke auf nur einem Farbdrucker bzw. in derselben Druckerei gewährleisten Farbtreue.
Im nächsten Artikel widmen wir uns den Themen: Namensgebung, Schriften und Anmutung.
Astrid Focke
Ausführliche Tipps und Informationen rund um die Logoentwicklung finden Sie in dem im September beim KMU Verlag erscheinenden E-Book.
Jegliche Verwendung, Vervielfältigung oder Weitergabe auch nur einzelner Teile dieser Seite, bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des jeweiligen Autors
Über die Autorin

|
Astrid Focke | Grafik und Öffentlichkeitsarbeit
Schlichte, einfach und klar wirkende Printmedien gehören zu den schwierigsten Gestaltlösungen. Gute Typhografie kann Gedanken sichtbar und verständlich machen doch die Kunst liegt darin, Inhalt, Bild und Schrift zu einem Ganzen zu fügen.
[zur Detailinfo von Astrid Focke]
|
Querverweise zum Thema
|

|