„Everything will be a computer and everyone will be a designer“

©Visual: www.corporate-interaction.com

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„Die Erfindung des Computers hat alles verändert.“ „Das Internet hat eine ganz neue Welt geschaffen.“ Mit Stehsätzen wie diesen werden wir beinahe andauernd auf die Einzigartigkeit der heutigen Zeit hingewiesen. Doch hat sich wirklich alles verändert oder gibt es Dinge die diese Welt im innersten zusammenhalten und dennoch keiner Mode unterworfen sind?

Everything will be a computer and everyone will be a designer

Zwanzig Jahre ist es her, damals war ich gerade ein junger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhochschule Vorarlberg, als mich dieses Zitat fesselte und mich bis zum heutigen Tag nicht mehr losgelassen hat. Suguru Ishizaki damals Professor am MIT hat über die Zukunft der Gestaltung gesprochen und seine Ausführungen in diesem einen Satz zusammengefasst. Die darauffolgende Diskussion war dann sehr emotionsgeladen, schließlich waren bei diesem Kongress viele führende visuelle Gestalter aus Europa, den USA und Australien anwesend. Ich diskutierte mit jugendlichem Enthusiasmus eifrig mit und trotz meinem ziemlich unbändigen Glauben an den Fortschritt der Computertechnik war ich der Meinung dass diese Utopie niemals Realität werden kann. Immer sah ich den Gestalter, den Designspezialisten als den Demiurgen des Informationszeitalters, der am Röhrenbildschirm sitzend die Welt durch seine fundiertes Können und seine fachliche Expertise in eine glorreiche Zukunft führen werde.

Sechs Milliarden Facebook Fotos pro Monat

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Heute sitze ich vor einer meiner zahlreichen Devices und werde eines Besseren belehrt. Interessanterweise waren es aber nicht nur die Maschinen, die jeden Menschen des Internetzeitalters zum Designer werden ließ, sondern vielmehr die Sozialen Netzwerk. Diese Netzwerke verlangen von uns, möglichst viel Information mit unserem Netzwerk zu teilen. Diese Information muss natürlich gestaltet werden und so werden jeden Monat allein auf Facebook 6 Milliarden Fotos geteilt. Kommunikation die von den Usern höchstpersönlich und in Echtzeit gestaltet wird. Heute können wir fast alles online gestalten: Die Küche beim schwedischen Möbelhaus, die Jeans beim Anbieter aus Amerika, unseren Food-Porn mit dutzenden Smartphone-Apps und unsere Beziehungen über eines der Vielzahl an Partner- und Dating-Portale. Der Design-Guru Ishizaki hat also damals Recht behalten: Alles wird zum Computer und jeder wird (s)eine (eigener) Gestalter sein! Eine Frage ist dennoch geblieben: Was bedeutet das nun für mich als Unternehmer?

Alles in „Echt-zeitig-keit“

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Eigentlich wenig, denn in Wahrheit hat sich die Welt nur in Bezug auf den Faktor Zeit verändert. Gestalten wir heute unsere Fotos und unsere Kommunikation in sozialen Netzwerken, so haben viele  Generationen vor uns Brief und Zeichnungen gestaltet und an ihre Netzwerke verschickt. Alles ging halt ein bisschen langsamer. Die Netzwerke übrigens haben sich kaum verändert erklärt uns die Soziologie nur der Umgang damit wurde entsprechend adaptiert. Was sich aber verändert hat, ist das Tempo der Kommunikation. Ereignisse sind nun in Echtzeit mitteilungsfähig. Was aber die Qualität unserer Mitteilung betrifft so liegt es weiterhin an uns, diese verständlich oder eben unverständlich zu gestalten.

Die genauen Kenntnisse der Regeln ermöglichen erst den Erfolg

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Denn eines hat sich nicht verändert! Die Regeln für gute Kommunikation und damit für gute Gestaltung dieser Kommunikation haben sich zwar um die Regeln des Screendesigns erweitert, aber das Bisherige hat in vielerlei Hinsicht bestand. Deshalb wird es weiterhin wichtig sein, seine Kommunikation nach allgemein gültigen Regeln zu gestalten. Damit können nicht nur wir unsere Persönlichkeit als UnternehmerInnen gut kommunizieren, sondern unseren Unternehmen auch den Grad an Ausdifferenzierung schaffen, den KundInnen für ihre Kaufentscheidung brauchen.

Wie gehen Sie als UnternehmerIn mit der Herausforderung auch Gestalter sein zum müssen um? Schreiben Sie uns unsere Erfahrung. Kommentare zum Artikel oder Beiträge ihrer Beispiele an die Redaktion redaktion@unternehmerweb.at sind gerne willkommen.

Author: Thomas Nasswetter

Thomas Nasswetter ist ein Unternehmer im eigentlichen Sinne des Wortes. Er hat bisher vier Unternehmen gegründet bzw. mitgegründet. Er wollte schon als Kind vieles unternehmen – dabei ist es bis heute geblieben. Er ist Gründer, Kreativer Kopf und Stratege von Corporate Interaction, einem Unternehmen, dass sich der erfolgreichen Interaktion von Unternehmen verschrieben hat. Spezialist für Online Kommunikation mit den Schwerpunkten Content Marketing, Brand Community Building und Creating New Mass Media. Thomas Nasswetter, Jahrgang 1965, stammt aus Lustenau in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Wien.

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