Die Entwicklungsphasen eines Unternehmens – wo stehe ich

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Wo stehe ich mit meinem Unternehmen – in welcher Entwicklungsphase

Im letzten Artikel dieser Serie ging es um die Marktsegmentierung. In diesem Abschnitt geht es um die unterschiedlichen Entwicklungsphasen, in denen sich ein Unternehmen befinden kann und welche Auswirkungen das auf die Unternehmensführung hat.

 

Die Entwicklungsphasen eines Unternehmens

Genauso wie sich Menschen entwickeln, von der Kindheit, über die Jugend bis zum Erwachsenenalter hin, entwickeln sich auch Unternehmen. Das interessante an den Entwicklungsphasen eines Unternehmens ist der unterschiedliche Bedarf an internen Strukturen, Zuordnung von Verantwortungen und Entscheidungsprozesse.

 

Phase 1: Pionierphase

Die Pionierphase ist geprägt vom Gründer/der Gründerin eines Unternehmens. Diese Pioniere starten mit der Umsetzung Ihrer Idee, wenden viel Energie dafür auf, sie erfolgreich zur Welt zu bringen und aufzubauen. Unternehmensintern laufen in dieser Phase alle Fäden  beim Unternehmensgründer zusammen. Entscheidungen werden praktisch alle vom Pionier getroffen, durchaus unter Einbeziehung der MitarbeiterInnen – die Verantwortung liegt aber beim Chef. In dieser Phase ist es besonders wichtig, sich als UnternehmerIn die Zeit gut einzuteilen, um neben den operativen Tätigkeiten auch Raum für strategische Arbeit und die mittel- bis langfristige Zukunftsplanung zu haben. Hilfreich ist es hier auch, einen strategischen Coach zu haben, der Entscheidungen kritisch hinterfrägt und die relativierende Außensicht einbringt.

 

Phase 2: Differenzierung

Wenn ein Unternehmen personell wächst, ist es erforderlich, Strukturen zu schaffen. Es bilden sich Abteilungen oder Bereiche im Unternehmen, es werden Standardabläufe definiert und Aufgaben delegiert für die es aber klare Vorgaben und Anweisungen gibt.
In dieser Phase muss der Unternehmer/die Unternehmerin lernen, Aufgaben und Verantwortung abzugeben – oft gar nicht einfach. Auch bleibt immer weniger Zeit und Möglichkeit, im operativen Geschäft mitzuwirken. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen und sich zunehmend auf vorrangig strategisches Arbeiten zu konzentrieren. Auch wenn es schwer fällt, für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens ist das überlebensnotwendig.

 

Phase 3: Integration

Die Integrationsphase ist eine Weiterentwicklung in Richtung kooperatives Führen und Delegieren von Verantwortung. Hier bekommen die einzelnen Abteilungen keine strikten Anweisungen zur Durchführung mehr, sondern gemeinsam vereinbarte Ziele als Vorgabe, mit Freiraum für die Umsetzung.
Wichtig in dieser Phase ist es, klare Zielvereinbarungen zu formulieren und Corporate-Identity-Standards in Bezug auf Design, Wording, Verhalten, Kommunikation, etc. definiert zu haben. Diese bilden die verbindende Klammer und den Rahmen für die inhaltliche Arbeit und stellen eine auf das Unternehmen abgestimmte, stimmige und wirkungsvolle Umsetzung sicher.

 

Phase 4: Assoziation

Eine etwas utopisch klingende Phase ist die Assoziationsphase. Hier werden die Grenzen des eigenen Unternehmens überwunden und Verbindungen mit anderen Unternehmen – Wettbewerber, Lieferanten, Kunden – eingegangen. Durch gezielte Kooperationen und Vernetzung werden Synergien gebildet und für alle Beteiligten ein Mehrwert geschaffen.
Hier ist es wichtig, sich über die eigene Unternehmenspersönlichkeit klar zu sein und ein funktionierendes selbstorganisiertes Unternehmenssystem zu haben. Zielführend ist es auch, vor dem „Zusammenwachsen“ mit anderen Unternehmen, gegenseitig Ziele, Kompetenzen und Schnittpunkte zu definieren.

 

Quelle: Entwicklungsphasen eines Unternehmens, Trigon Entwicklungsberatung/Friedrich Glasl.

Buchtipp: Dynamische Unternehmensentwicklung: Von Pionierbetrieb zum schlanken Unternehmen, Friedrich Glasl

Im nächsten Artikel geht es darum, wie Sie die Entwicklung Ihres Unternehmens mit Hilfe des identitätsorientierten Marketing-Mix-Modells ressourcenschonender angehen können.

 

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Author: Sabine Lehner

Im März 1968 in Salzburg geboren, ist Gründerin und Geschäftsführerin der MARKENwerkstatt Salzburg. Seit 1996 ist sie im deutschsprachigen In- und Ausland als selbstständige Unternehmerin beratend, konzipierend und gestaltend tätig. Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen in der Entwicklung von Marken für Unternehmen und Netzwerke sowie der Ausarbeitung von darauf aufbauenden Marketingkonzepten.

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