Christoph Santner, Real Maker: … lasst es uns gemeinsam realisieren! – Ein RADIO-UWEB Gespräch

Christoph Santner im RADIO UWEB Studio

Christoph Santner im RADIO UWEB Studio: „Jeder der einmal eine Idee in die Welt gebracht hat weiß wie schwierig das ist. Die schlaflosen Nächte, die Zweifel und die Entscheidungen wieviel Zeit und Geld investiert werden.“ © Bild: Maria Nasswetter

Christoph Santner zu RealMakers, seiner langjährigen Erfahrung mit Startups und den unbändigen Glauben an das Kreative im Menschen.

 

Mein Lebensthema ist Innovation und Zukunft.
Realmakers.org ist ein Startup, dass anderen dabei helfen sollen, Dinge, Ideen, Projekte wahr zu machen – Real zu maken.

Website: www.realmakers.org

 

 

RADIO-UWEB

RADIO-UWEB geht den Dingen auf den Grund. Das Format des Podcast Interviews gibt uns die Möglichkeit in den rund 45 Minuten dauernden Gesprächen in die Tiefe zu gehen und den Kontext zu beleuchten.

Wir laden monatlich UnternehmerInnen ins unternehmerweb.at Studio. Unser erstes Gespräch hat unternehmerweb.at im Juni 2014 mit Christoph Santner dem Initiator der Realmakers geführt. Hinweis: Das Interview kann gestreamt und auch heruntergeladen werden.

Highlights und Zusammenfassung des RADIO-UWEB Gesprächs:

Vom Anfang und vom Ende toller Projektrealisierungen.

Mitte der 1990er Jahre führte VW den neuen Golf ein. Da musste man auch diese neue Generation ansprechen. Damit Kommunikation nicht mehr als Einbahnstraße passiert, sollte man sich dafür interessieren was die Menschen überhaupt bewegt. Also kreierten wir Future wanted – eine Internetplattform über die sich Menschen mit Ideen bewerben konnten. Die Ausgewählten folgten der Einladung ins Futurecamp in den Bergen Kaliforniens.

Ich hatte ein ganzes Jahr daran gearbeitet – vom Suchen der Leute bis zur Mitarbeit im Camp mit 24 TeilnehmerInnen, mit guten TrainerInnen – auch indianischen TrainerInnen. Wir waren an einem indianischen Kraftplatz, in Shakalake – weil gerade die indianischen Kulturen sehr viel wissen über Vision, Community, Tribe.

Das war ein großer Erfolg – es hat auch mich sehr überrascht wie viele und hochwertige Produkte da entstanden. Nachdem dieses Projekt mit VW auslief, dachte ich das muss doch eine Fortsetzung finden.

Wir hatten  schnell ein Team beisammen. Wir bauten das Modell in New York auf; ein Investor war schnell gefunden.

Das Projekt startete jedoch in München. Die Investoren meinten das wäre für ein Team, dass im Kern deutschsprachig ist, passender. Wir haben in Folge ein ähnliches System weitergeführt. In Hawai und auf den Kanarischen Inseln. Antenne Bayern war damals ein Medienpartner von uns.

Anfang 2001 platzte die Internetblase, die Internetwerte crashten und wir mussten die Server abdrehen. Das gehört eben auch zum Unternehmertum.

Mit RealMakers in Wien durchgestartet!

Realmakers - „Bei diesem Projekt hängt mein Herzblut daran.“ © Bild: realmakers.org

Realmakers – „Bei diesem Projekt hängt mein Herzblut daran.“ © Bild: realmakers.org

Jetzt arbeiten wir eifrig daran das Projekt in Wien zu etablieren. Mit RealMakers will ich nicht in erster Linie Geld machen und es schnell wieder verkaufen. Bei diesem Projekt hängt mein Herzblut daran.

Wir haben bewusst mit einer Veranstaltung begonnen auf der Menschen zusammenkommen die einerseits ihre Ideen präsentieren und andererseits Menschen die Freude daran haben das eine oder andere im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu begleiten. Jeweils 10-12 Startups – Projekte auch aus der Kunst, Wissenschaft, aus sozialen Gebieten präsentieren ihre Ideen. Dabei finden wir heraus an welchem Level wir ansetzen wollen und können.

Wir wollen Techniker mit Künstlern mit Investoren mit Ratgeber zusammenbringen…

Wir haben in München einen starken Partner, das europäische Patentamt. Dieses hat pro Tag 700 Patentansuchen! Der Kommunikationschef dort, Oswald Schröder, sieht sich als Dienstleister für Innovation. Unsere Kooperation mit ihm besteht darin, Ideen die er mit der Patentvergabe unterstützt mit unserem Knowhow an Marketing, Kommunikation, Strategien und finanziell zu verknüpfen.

Im Moment finanzieren wir uns über Innovationsprojekte für bestehende Marken.

Das was Startups bewegt und wie wir helfen können.

© Bild: www.realmakers.org

„Von den 60 Projekten, die sich präsentiert haben, hatte jeder in unterschiedlicher Form davon profitiert.“ © Bild: www.realmakers.org

Jeder der einmal eine Idee in die Welt gebracht hat weiß wie schwierig das ist. Die schlaflosen Nächte, die Zweifel und die Entscheidungen wieviel Zeit und Geld investiert werden soll. Das Wichtigste ist dass wir mit RealMaker einen Raum schaffen wo man prinzipiell mit jeder Idee willkommen ist. Wo Gleichgesinnte einander treffen, gegenseitigen Respekt erfahren und die Ermutigung ganz wichtig ist. Eine reale Community von etwa 20 Leuten, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und etwa 50 Personen, die das ganze wohlwollend begleiten. Bisher haben wir so bereits 500 Leute damit erreicht.

Vom bisherigen Hobbymoduns ist RealMakers mit Juni 2014 in ein eigenes Büro in Wien gezogen. Die ersten bezahlten MitarbeiterInnen sind nun mit an Bord. Serviceagentur – Dienstleister für Startups und für bestehende Marken bei Innovationsprozessen.

Idealerweise ist das Ziel folgendermaßen: Egal in welchem Stadium das Zukunftsprojekt hereinkommt wird es einem hochwertigen Fertigungsprozess unterzogen und am Ende ist es real am Markt umsetzbar.

Von den 60 Projekten, die sich präsentiert haben, hatte jeder in unterschiedlicher Form davon profitiert. Also Kulturförderung bekommen, verschiedenen Deals kamen zustande etc.

Prinzipiell gibt es keine Voraussetzungen um mitmachen zu können. Jeder kann mal anrufen und mailen. Wir bieten verschiedene Plattformen, Veranstaltungen wo wir offen sind für verschiedene Projekte.

Bei den klassischen Startups ist meist schon der Businessplan formuliert. Bei uns kann man auch mal nur mit der Idee kommen!

So auch für interessierte Manager, die Innovationen auf die Beine helfen wollen, die nicht nur monetär sind. Es können Kontakte sein, Zuspruch, Knowhow etc.

Über die vielen Jahre habe ich eine riesiges Netzwerk aufgebaut. Ich sehe in meinem Leben die spannenden und interessanten Leuten. Jeder zehnte Mensch ist doch richtig gut. Es geht darum die zu finden. Ich bin offen, ich riskiere immer wieder was. Auch wenn ich mal hingefallen ist – der Deal mit dem Leben ist, dass ich wieder aufgestanden bin.

Was mir noch wichtig erscheint gesagt zu werden und ich als globale Gaudi bezeichne.

Es ist immer ein Geben und Nehmen. Ich gebe gerne zu erst etwas. In der Regel kommt auch was zurück. Nicht von jedem aber das kann ich riskieren.

Die wichtigste Frage für einen Startup ist ob die Kraft und die Ressourcen vorhanden sind etwas auf die Beine zu stellen. Man muss mal ein Stück weit mit der Idee nach außen gehen und sich mit ExpertInnen austauschen. Ideenklau gibt es natürlich mal aber wenn man schnell und mit den richtigen PartnerInnen in die Welt geht dann wird es klappen.

Geistiges Eigentum zu schützen ist wichtig. Gewisse Dinge brauchen einen gewissen Schutz. Bei vielen Projekten ist es vielleicht angemessener, etwas in einer Community hochzuziehen. Wo es vielleicht nicht um die eine geniale Erfindung geht sondern sich besser eignet für Opensource. Crowdfunding, Cocreation…

Wikipedia Gründer Jimmy Wales sagte mal: er fragt sich jeden Tag ob er das größte Genie oder der größte Idiot ist – aber jeder benutzt seine Erfindung. Klar hat er damit zunächst kein Geld verdient. Kann aber dadurch auf ein riesiges Netzwerk zurückgreifen, und wenn er will jedes Projekt der Welt machen. Ich meine wenn man immer nur am Beginn auf das Geld schielt, dass man damit verdienen wird werden geniale Ideen nicht geboren.

Es gibt reihenweise Untersuchungen, dass auch für Angestellte ab einem bestimmten Alter der finanzielle Aspekt hinter den der Sinnhaftigkeit zurücksteht. Die Leute wollen was hinterlassen. Ein Gründer sollte sehen was er schaffen will und was Sinn macht für die Welt.

Aus meiner Erfahrung gibt es auch diese Investoren, die nicht nur investieren um eine hohe Rendite zu bekommen. Mit Kapital die Welt verändern – sein Kapital sinnvoll einzusetzen und im guten Sinn etwas verändern. Gründen bedeutet natürlich auch immer hart zu arbeiten.

Let´s make it real – lasst es uns gemeinsam realisieren; das ist die Einladung an alle die das hören! Das ist eine globale Gaudi solche Sachen zu realisieren!

 

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Author: Maria Nasswetter

Maria Nasswetter ist Soziologin und auf soziale Interaktion, Communities, Bildkommunikation und -strategien spezialisiert. Communities und soziale Interaktion sind Schwerpunktthemen, mit denen sie sich theoretisch und praktisch beschäftigt. Daher ist auch das Unternehmerweb, verstanden als Synergie zwischen On- und Offlineaktivität, ein Ort an dem sie ihre Expertisen einbringt. www.corporate-interaction.com

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