Beleuchtung im Büro: Mitarbeiterwünsche und Wirklichkeit

Zwischenbericht der Langzeitstudie: Wahrgenommene Lichtqualität im Büro

Beleuchtung in Büro scheint ein unterschätzter Faktor für das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu sein. Das zeigt sich in einem Zwischenbericht einer Langzeitstudie des Frauenhofer Instituts. Ob Verhältnis zwischen direkter und indirekter Beleuchtung, ob individuelle Anpassung an den Arbeitsplatz oder auch der Farbeindruck des Lichts, überall klaffen Wirklichkeit und die Vorstellung der Mitarbeiter zum Teil sehr weit auseinander. Gute Beleuchtungssituationen, die sich auf die jeweiligen Anforderungen individuelle anpassen lassen führen zu einer zu teil deutlich höheren Mitarbeiterzufriedenheit.

© Bild: Zumtobel

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Das Frauenhofer Institut forscht im Auftrag von Zumtobel

Das renommierte Frauenhofer IAO in Stuttgart hat im Auftrag des weltweit führenden österreichischen Lichtspezialisten Zumtobel vor eineinhalb Jahren eine Langzeitstudie gestartet, die sich mit dem Thema der Lichtqualität im Büro befasst. Ziel der Studie ist es, die gegenwertige Beleuchtungssituation in Büros im globalen Maßstab zu beschreiben und konkrete Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen in den unterschiedlichsten Arbeitssituationen systematisch zu erfassen.

Methodisch wurde dazu ein Fragebogen in den Sprachen deutsch, englisch und französisch entwickelt und im Oktober 2013 unter http://www.zumtobel.web-erhebung.de/ online gestellt, um eine möglichst hohe Teilnehmerzahl aus verschiedensten Ländern zur Teilnahme zu motivieren. In fünf Themenblöcken wurde sowohl die aktuell wahrgenommene als auch die bevorzugte Lichtqualität erhoben. Dabei konnten die Teilnehmer ein virtuelles Lichtszenario stufenlos in Helligkeit und Lichtfarbe optimal für Ihre Wahrnehmung einstellen.

7000 Teilnehmer – Orientierung am Nutzer statt an der Norm

Die Studie ist aus vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Es werden eine breite Masse an unterschiedlichsten Nutzern und keine Experten befragt. Bisher haben mehr als 7000 Menschen an der Studie zur Lichtqualität im Büro teilgenommen.Dabei stehen vor allem subjektive wahrgenommene Kriterien im Vordergrund, die einen Abgleich zwischen dem Ist-Zustand und dem von den Nutzern gewünschten Soll-Zustand ermöglichen. Die Optimierung geht also stark in Richtung persönliche Vorlieben und Wünsche.

Die Ergebnisse des ersten Zwischenberichts sprechen eine deutliche Sprache. Die Wunschvorstellungen vieler Büronutzer liegen weit von den tatsächlich vorhandenen Beleuchtungssituationen und teileweise auch von den Normen entfernt. Es gibt also offensichtlich einen nicht zu unterschätzenden Nachholbedarf an der „Büro-Beleuchtungsfront“!

 Wirklichkeit und Anspruch

© Bild: Zumtobel

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Zusammengefasst sehen die Ergebnisse des Zwischenberichts wie folgt aus:

  • 82,5% der Befragten bevorzugen Direkt-/Indirektbeleuchtung
  • 60% der Büromitarbeiter präferieren eine Beleuchtungsstärke größer als 800 Lux, wobei
  • diese Vorliebe mit steigendem Alter nachlässt
  • Der Bedarf an Kunstlicht ist auch in Sommermonaten hoch
  • 57,4% der Befragten haben keinen oder einen eingeschränkten Einfluss, um die Lichtsituation ihren Bedürfnissen anzupassen
  • Heterogene Farbtemperatur-Präferenzen reichen von 3000 bis 6000 Kelvin, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf 4000 und 5000 Kelvin

Was bedeuten diese Punkte nun im Einzelnen und wo liegt der tatsächliche Optimierungsbedarf, um den Ansprüchen der Mitarbeiter gerecht zu werden?

Am Besten ist die Kombination von direktem und indirektem Licht

Über 80% der Umfrageteilnehmer wünschen sich neben der klassischen direkten Beleuchtung auch noch die Möglichkeit einer weiteren indirekten Lichtquelle. Die eine Hälfte der Befragten bevorzugt eine starke Direktbeleuchtung in Kombination mit einer leichten Indirektbeleuchtung, die andere Hälfte eine leichte Direktbeleuchtung in Kombination mit einer starken Indirektbeleuchtung. Wichtig zu wissen ist, dass nur knapp über 38% der Befragten überhaupt über die Möglichkeiten verfügen direktes und indirektes Licht zu kombinieren. Hier besteht also noch einiges an Nachholbedarf bei den Büroanbietern und Ausstattern.

Beleuchtungsstärke und Alter

Die Studie zeigt ebenfalls auf, dass jüngere Mitarbeiter eine Beleuchtungsstärke von 800 Lux bevorzugen und das im Alter etwas weniger wird. Damit liegt die gewünschte Beleuchtungsstärke deutlich über der Norm von 500 Lux. Wer also den Kampf um die High-Potentials gewinnen will, muss darauf achten, dass es hell genug im Büro ist. Es gibt aber auch noch eine andere Erklärung dafür. Die Studie zeigt auch, dass ältere Mitarbeiter im Durchschnitt näher am Fenster sitzen als Junge. Das könnte also auch eine Erklärung dafür sein, dass ältere Mitarbeiter offenbar mehr natürliches Tageslicht „mitbekommen“.

Individuelle Anpassung der Lichtverhältnisse wird gewünscht

© Bild: Zumtobel

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Gerade einmal 19,2% der Befragten konnten die Frage: „Die Seh-/Lichtsituation an meinem Arbeitsplatz kann ich stets optimal anpassen bzw. einstellen“ mit „Ja, trifft völlig zu“ beantworten. Das heißt im Umkehrschuss über 80% der Mitarbeiter haben keine oder zu wenige Möglichkeiten die Lichtsituation auf ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Hier scheint also der Arbeitgeber gefordert zu sein.

Thema Farbtemperatur

Die Farbtemperatur ist ein Maß, um einen jeweiligen Farbeindruck einer Lichtquelle quantitativ zu bestimmen. In End-Consumer Kreisen wird mittlerweile genau darauf geachtet, dass die Beleuchtung zuhause auch genau so aussieht, als wären die guten alten Glühbirnen in der Fassung. 3000 K (Kelvin) heißt dann das Zauberwort auf der LED Verpackung.

Im Büro hat man damit übrigens ganz schlechte Karten. Die Fraunhofer Studie zeigt, dass im Arbeitsbereich deutlich „kälteres“ sprich Licht mit einer höheren Farbtemperatur gewünscht wird. Der Großteil bevorzugt Licht mit einer Farbtemperatur zwischen 4000 K und 5000 K. 5000 K und darüber entsprechen ungefähr dem natürlichen Tageslicht. Auch hier bevorzugen jüngere Mitarbeiter eher einen Farbeindruck der mehr zum Tageslicht hin tendiert. Vielleicht ist also auch der Eindruck der Beleuchtungsfarbe einem Gewohnheits- oder Lerneffekt unterworfen?

Zumtobel unterstreicht seine Rolle als Innovationsführer

Zumtobel unterstreicht mit dieser langfristigen und auf den Nutzer zentrierten Studie seine Rolle als weltweiter Innovationsführer der Branche. Zum ersten Mal wurde der Fokus exakt auf die Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer gelegt. Das Unternehmen aus Vorarlberg hat sich nicht umsonst als einer der führenden Anbieter von ganzheitlichen Lichtlösungen weltweit etabliert. Eine zentrale Idee von Zumtobel ist das Zusammenspiel von Licht und Architektur erlebbar zu machen.

Es gibt also viel zu tun in Sachen Beleuchtung im Büro. Das zeigt der Zwischenbericht der Langzeitstudie zum Thema „Wahrgenommene Lichtqualität im Büro“ ziemlich eindeutig. Wenn es um zufriedene Mitarbeiter und den Kampf um die besten Köpfe geht, kann das also durchaus ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein.

 

Quellen:

Zugang zum Fragebogen: http://www.zumtobel.web-erhebung.de

Frauenhofer IAO Stuttgart – Zwischenbericht zur Langzeitstudie: The Light. Globale Nutzerstudie über die wahrgenommene Lichtqualität im Büro. Die Studie kann hier bestellt und heruntergeladen werden: http://www.zumtobel.com/officelighting

http://de.wikipedia.org/wiki/Farbtemperatur

www.zumtobel.com

Author: Thomas Nasswetter

Thomas Nasswetter ist ein Unternehmer im eigentlichen Sinne des Wortes. Er hat bisher vier Unternehmen gegründet bzw. mitgegründet. Er wollte schon als Kind vieles unternehmen – dabei ist es bis heute geblieben. Er ist Gründer, Kreativer Kopf und Stratege von Corporate Interaction, einem Unternehmen, dass sich der erfolgreichen Interaktion von Unternehmen verschrieben hat. Spezialist für Online Kommunikation mit den Schwerpunkten Content Marketing, Brand Community Building und Creating New Mass Media. Thomas Nasswetter, Jahrgang 1965, stammt aus Lustenau in Vorarlberg, lebt und arbeitet in Wien.

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